Kommentar

„Eine neue Definition von Flop“ von Lars Penning

Es ist noch gar nicht lange her, dass ich an dieser Stelle die Strategie ­großer US-amerikanischer Filmstudios kommentiert habe, ihr Geld statt in filmische Vielfalt vor allem in wenige Franchise-Produkte zu investieren, weil die vermeintlich tod­sichere Publikum-Hits sind

Lars Penning

Nun sind einige Monate des Jahres 2017 ins Land gezogen, die Sommer-Blockbuster-Saison rund um den amerikanischen Unabhängigkeitstag am 4. Juli ist fast vorbei. Und schon ist allen Beteiligten nur allzu klar, dass die Strategie nicht aufgeht.
Schaut man auf die Top-Einspiel­ergebnisse des bisherigen Jahres in den USA und in Deutschland, dann zeigt sich zwar, dass sie in den ­Listen alle oben zu finden sind, die dritten, vierten oder fünften Fort­setzungen von „Pirates of the Caribbean“, „Transformers“, „Ich – Einfach unverbesserlich“ und „Cars“. Doch allesamt haben sie drastisch schwächere Besucher- und Einspielergebnisse als ihre Vorgänger. Und das rechnet sich bei Produktions- und Werbekosten, die für manche Blockbuster bereits im Bereich von insgesamt 350 Millionen Dollar liegen, nicht mehr. Denn diese Filme müssten weltweit schon rund eine Milliarde Dollar einspielen, um keinen Verlust zu machen.
So kommt es dieser Tage zu einer neuen Definition von Flop: Auch ­Filme mit Einspielergebnissen von 500 Millionen Dollar können totale Versager sein. Kurzfristig wird sich an dem teuren Franchise-Wahn wohl wenig ändern, aber auf etwas ­längere Sicht darf man wieder auf ein anderes Kino hoffen.

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