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Electro Swing Revolution Party im Astra Kulturhaus

Electro Swing Revolution Party

Sommerhits – das sind in der Regel fröhliche, unbeschwerte Eintagsfliegen, an die sich nach ihrem Ableben keiner mehr erinnern kann. Yolanda Be Cool’s „We No Speak Americano“ aus dem Jahr 2010 ist so ein Beispiel, jedoch mit einem kleinen, aber feinen Unterschied. Der Song ist zwar längst vergessen; das Genre, für das er steht, hat durch den kommerziellen Erfolg allerdings einen gehörigen Push bekommen. Electro Swing nennt sich diese Kombination aus modernen Beats und Swing- und Jazz-Elementen der 20er- bis 50er-Jahre. Sie entwickelte sich um die Jahrtausendwende parallel in den Metropolen London und Paris.
Über Chris Tofu, einen der Mitbegründer des internationalen Electro-Swing-Netzwerks, gelangt die Musikrichtung schließlich auf Umwegen und mit einiger Verspätung auch nach Berlin. Als Johannes Heretsch aka DJ Globaluation Chris Tofu bei einem Gig in London besucht, drückt dieser ihm entschlossen ein paar CDs in die Hand. „Berlin ist eine Swing-Stadt, machte er mir klar“, erinnert sich Heretsch, „Vor allem zwischen den Weltkriegen gab es hier eine große Szene. Warum sollten Electro-Swing-Partys wie die in London und Paris also nicht auch in Berlin funktionieren?“ Bevor es an die konkrete Eventplanung geht, macht Heretsch das Genre erst mal über seine Compilations bekannt. Unter dem Namen „Electro Swing Revolution“ veröffentlicht er eine vielfältige Auswahl aktueller Electro-Swing-Nummern von Künstlern aus aller Welt. Das Spektrum reicht von verspielten, eher konventionellen Neuauflagen alter Klassiker bis hin zu beatlastigeren, energetischeren Remixes. Volume 3 der Compilation erschien im November 2012 auf Lola’s World Records. Vor einem Jahr lernt Heretsch dann Wolfram Guddat aka Justin Fi­dиle kennen, Besitzer des elektronischen Plattenlabels exabeat records. Sie beschließen, die Marke „Electro Swing Revolu­tion“ auszubauen und starten eine Partyreihe unter gleichem Namen. Inzwischen findet das Event zweimal im Monat abwechselnd im Astra und im Frannz Club statt. Neben einem Line-up aus nationalen und internationalen Electro-Swing-DJs punktet die Veranstaltung vor allem wegen ihres aufwendigen Rahmenprogramms. „Wir orientieren unsere Partys ganz am Stil der Swing-Ära“, erklärt Guddat. „Da die Shows damals viel Ähnlichkeit mit einem Varietй hatten, versuchen wir das über Elemente wie Big-Band-Auftritte, Vintage-Modenschauen oder Live-Tanzeinlagen wie die der Hula-Hoop-Truppe ‚Hoopla! Berlin‘ nachzubilden.“ Für authentisches Feeling sorgt zusätzlich der Film „Icons of Swing“, der bei jeder Electro Swing Revolution auf Leinwände projiziert wird. Er zeigt Original-Filmszenen der 30er- bis 50er-Jahre und ist für den unerfahrenen Swing-Tänzer eine erste grobe Anleitung, wie er sich zu dieser Musik zu bewegen hat. Zu Beginn jeder Party wird außerdem ein kostenloser Crashkurs im Swing-Tanzen angeboten. „Wir beobachten immer häufiger, dass sich die Leute dafür extra passende Retro-Kleidung besorgen“, bemerkt Guddat.
Dass sich die Swing-Gemeinde kontinuierlich vergrößert, wundert die Veranstalter nicht. „Die Swing-Ära steht für eine goldene Epoche. Eine Zeit mit guten Künstlern und guter Qualität“, erklärt Heretsch. „Es geht eine gewisse Ästhetik von ihr aus, ein Charme, ein Lebensgefühl.“

Text: Henrike Möller

Foto: Helge Ferbitz

Electro Swing Revolution Party, Astra, Sa 2.2., 23.30 Uhr, 10 Euro

www.electroswing-revolution.com

CD: „The Electro Swing Revolution Vol. 3“ (Lola’s World Rec.)

Lesen Sie hier ein Interview mit den Veranstaltern: Johannes Heretsch und Wolfram Guddat im Gespräch

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