Musik & Party in Berlin

Emika auf dem Festival Foreign Affairs

Die Musikerin mit Wurzeln in Großbritannien und Tschechien produziert ihre Musik in ihrer Berliner Wohhnung.

Emika„Ich bin definitiv kein Popstar, und ich habe bestimmt kein Popalbum gemacht“, stellt Ema Jolly alias Emika im Gespräch klar. Die in Berlin lebende Produzentin spricht von „Dva“, ihrem zweiten Album, das sie gegen einige Widerstände verteidigen musste. Die Plattenfirma Ninja Tune hatte auf ein leicht zugängliches Werk spekuliert. Aber: „Ich will nicht missverstanden und in dieselbe Kategorie wie retro-futuristische Synthpop-Sängerinnen geworfen werden. Der Gedanke daran sorgt bei mir für Unwohlsein.“ Die 27-jährige Tochter eines Engländers und einer Tschechin produziert ihre Musik alleine in ihrer Berliner Wohnung. Sie hat eine klare Vorstellung von dem, was sie zum Ausdruck bringen will. Einen Hinweis gibt der Auftritt der Prager Opernsängerin Michaela Љrumovб im Track „Hush“. Damit versucht Emika, ihrer Mutter eine Stimme zu verleihen. „Sie hat mit mir nie viel über ihre Kindheit und Jugend im Kommunismus gesprochen. Die Folge war, dass sich in mir dieses große Fragezeichen auftürmte. Aus ihm ist nun künstlerischer Antrieb entstanden. Ich will mit meiner Musik das Leben meiner Mutter und das Leben allgemein studieren.“ Emikas Musik ist auf faszinierende Art zart und sehr weiblich. Gleichzeitig hat man das Gefühl, dass diese Frau auch immer ein Stück weit durch einen gedachten Nebel in böhmischen Herbstwäldern traumwandelt. Zu gerne begleitet man sie dabei.

Text: Thomas Weiland

Foto: Madison

Emika, Foreign Affairs-Festival, Haus der Berliner Festspiele, Fr 5.7., 23 Uhr, VVK 10 Euro

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Ein Interview mit Foreign Affairs-Kurator Martin Hossbach

Anika auf dem Festival Foreign Affairs

 

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