Essen & Trinken

„Alles keine Frage der Technik“ von Clemens Niedenthal

Wir müssen über ein Utensil reden. Einen Küchenhelfer. Wobei letzteres mindetens zart untertreiben ist. Längst gibt es nämlich Menschen, bei denen ersetzt dieser Küchenhelfer die ganze Küche. Nur fair, mögen wieder andere meinen: Wer ?1500 Euro für eine Küchenmaschine ausgibt, der sollte damit wirklich großes vorhaben. Dumm nur: Die meisten Menschen haben mit diesem Vorwerkzeug gar nichts vor – sondern dieses Vorwerkzeug umgekehrt mit ihnen. Der Thermomix weiß immer besser, was und wie man kocht.
Die Rede ist also vom Thermomix, den eben das Unternehmen Vorwerk seit den 1960er-Jahren exklusiv im Haustürgeschäft vertreibt. Und was einmal als klassische Küchenmaschine begonnen ­hatte – Häckseln, Mixen, Rühren –, ist in seiner aktuellen Evolutionsstufe ein Kochcomputer geworden. Mit Induktionswärme, Touchscreen und aus dem Internet herunterzuladenden Rezept-Datensätzen. Was, liebe Vorwerker, kommt als nächstes? Der integrierte Wiener-Schnitzel-3D-Drucker?
Mit Kochen, also mit der kreativen, sinnigen Kunst der Nahrungszubereitung, hat das alles nur noch wenig zu tun. Weshalb mich folgende Nachricht zumindest auf den ersten Blick beruhigt. Unter den Weihnachtsbäumen nämlich werden in den kommenden Tagen weniger Thermomixer als erwartet liegen. Nicht, weil niemand thermomixen will – dass Ding ist ab Werk schlichtweg schon seit Wochen ausverkauft.

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