Essen & Trinken

Anatomie einer Bar: Montagsbar

Keeper_Montagsbar1 Temporäre Kunsthalle
Das Außenmaß der Temporären Kunsthalle, die noch bis zum Sommer 2010 auf dem verwaisten Schloßplatz Asyl findet, besitzt eine beachtliche Grundfläche von 20 x 56 Metern. Entworfen wurde die blau-weiße, rechteckige Box mit einer Höhe von elf Metern von dem österreichischen Architekten Adolf Krischanitz, der in den klaren Linien und der zweck­mäßig anmutenden Form des Kunsthauses die zeitliche Begrenztheit seines Bestehens thematisiert.

2 Sekt-Aperol
Agnes Wegner und Tanja Schomaker legen besonderen Wert auf ein vielfältiges musikalisches Programm der Montagsbar. Dagegen ist die Cocktailkarte eher übersichtlich. Beabsichtigter Puris­mus? Ihr Leibgetränk fehlt jedenfalls nicht: Sekt mit einem Schuss Aperol. Der italienische Likör besitzt eine fruchtig-bittere Note und gibt dem trockenen Sekt ein süßliches Aroma. Aperol ist ein Destillat aus Bitterorangen, China­rinde, Enzian und Rhabarber, das erstmals 1919 in Padua von den Brüdern Luigi und Silvio Barbieri verkauft wurde.

3 DJ-Tasche
Die prall gefüllte Plattentasche gehört Ekkehard Ehlers, von Beruf Klangkünstler und Komponist. Er ist nur einer der zahlreich wechselnden Künstler, die sich in der Montagsbar für die musikalische Un­termalung verantwortlich zeich­­nen. Im Gegensatz zu den in der Kunsthalle ausgestellten, bisher monografischen Sammlungen und Kunstobjekten tritt der Künstler in der Montagsbar leibhaftig und als Medium auf. Als DJs widmen sie sich mal spezielleren Themen, oder – sie zelebrieren ganz einfach ihre Lieblingsstücke.

4 Katalog
Noch bis zum 14. Juni ist in der Kunsthalle die Ausstellung „shadowbox“ der Künstlerin Katharina Grosse zu sehen. Sie zeigt vier überdimensional gewölbte und farbenprächtige Ellipsen – schwere Bildträger aus laminiertem Hartschaum, die Grosse mit ihrem für sie charakteristischen Spraymaterial überzogen hat.

5 Farbkleckse
Auch Kinder sollen an die Kunst der Erwachsenen herangeführt werden. Jede Ausstellung eines Künstlers wird darum von Kinderworkshops begleitet. Davon gab es bisher drei – und das mit großem Erfolg. Die bunten Farbkleckse entstanden am Pfingstmontag. Nach dem Besuch der aktuellen Ausstellung „shadowbox“ versuchten die Knirpse erst spielerisch Zugänge zu Katharina Grosses Kunstwerken zu finden, dann wurde gebastelt und im Freien auf den Stegen hinter der Halle mit reichlich Farbe experimentiert.     

Text: Martin Daßinnies

Foto: Jens Berger

Montagsbar
in der Temporären Kunsthalle, Schloßplatz, Mitte, Bus 110, 200, Mo ab 20 Uhr

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