Essen & Trinken

Andreas Lanninger und sein Lanni-Säbel im Lanninger

AndreasLanninger__BettyMyllerDer Lanni-Säbel ist mein Talisman und ein ausgefallenes Bar­equipment. Mein langjähriger Kollege Detlef Friebe hat mir den zusammen mit unserem Moët-Vertreter zum Abschied vom Maritim geschenkt. Sie haben meinen Spitz­namen „Lanni“ eingravieren lassen. Der Säbel soll Glück bringen. Dahinter steckt der Wunsch, dass ich im Lanninger, der Bar, in der mein Name Programm ist, viele Flaschen säbeln werde. Champagner ist für mich Ausdruck von Freude und Erfolg und gehört einfach hierher, an einen Ort, wo der Genuss Konzept ist. Champagner ist etwas, das in keiner Bar fehlen darf. Champagnersäbel sieht man hingegen eher selten. In Berlin gibt es einen in der Newton Bar, und ich kenne das Säbeln aus Bars auf Sylt.

Traditionell köpft man damit Champagner – meistens Magnum-Flaschen oder Markenchampagner zu besonderen Anlässen wie Geburtstagen oder Firmenfeiern. Das Champagner-Säbeln oder Sabrieren ist eine französische Tradition, die bis in die Zeit der napoleonischen Kavaliere und des russischen Zarenhofes zurückgeht. Der Begriff „Sabrieren“ stammt vom französischen Wort „sabre“ für Säbel. Sabrieren bezeichnet das Köpfen einer Champagnerflasche mit einem Messer oder Säbel. Die Geste sollte schon damals beeindrucken. Das Sabrieren ist an sich kein Ausbildungsinhalt einer Lehre, sondern eine Tradition, die unter Barmännern wei­ter­gegeben wird. In Bars lebt man nun mal von Gags, und als Barmann muss man auch so immer neue Sachen erfinden, um den Gast zu unterhalten.

Am Hals der Champagnerflasche wird der Säbel angesetzt und ein präziser Schlag ausgeführt. Dadurch löst sich der Korken mitsamt dem Kopfstück des Flaschenhalses explosionsartig von der Flasche. Man braucht darin ein bisschen Routine. Der Champagner darf nicht zu warm und nicht geschüttelt sein, schließlich kann die Flasche ja platzen. Das ist mir auch schon passiert. Bei korrekter Durchführung entstehen weder Glassplitter noch scharfe Kanten. Wegen des hohen Drucks auf der Flasche kann normalerweise auch kein Glas in die Flasche fallen. Der Korken mit Glasring wird gern als Erinnerung mitgenommen.

Text: Susan Schiedlofsky

Lanninger Berlin im Abion Hotel

Alt-Moabit 99, Tiergarten,
Reservierung unter Tel. 39 92 07 98, www.Lanninger.de, U-Bhf. Turmstraße, S-Bhf. Bellevue,
tgl. ab 12 Uhr, Di-Sa ab 22 Uhr Live-Piano, Bottle-Hour tgl. 12-19 Uhr; Champagner (0,75 l) ab 55 Ђ

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