Essen & Trinken

B wie Bauhaus

Stefan Hartmann

Weihnachten hat er noch auf der Söhnel Werft gefeiert. Hinter dem Herd. Kaninchen­ragout mit Wurzelgemüse und Schwarzem Trüffel, Heilbutt mit dreierlei vom Sellerie. Am Sonntag, 10.45 Uhr ab Tegel, ging es ab in die neue Welt. Bauhaus heißt die neue gemeinsam mit dem Filmemacher Uwe Boll initiierte Wirkungsstätte, deutsche Küche, mittags handfest-klassisch, abends mit einem Twist und vor allem jener Präzision, die Hartmann früh zum Sternekoch gemacht hat. Im nach ihm benannten Souterrain im Kreuzberger Graefekiez.  Stefan Hartmann ist ein klassischer Koch, handwerklich betrachtet. Vor allem ist er ein integrativer, authentischer Typ. Einer, der seinen Gast schon mal in die Arme nimmt. Und den man selbst auch in die Arme nehmen wollte. Im Frühjahr, als er im Hartmanns den Stecker gezogen hatte, den Stecker ziehen musste. War aber gar nicht nötig, denn über das Jahr erlebte man einen aufgeräumten, befreiten und kreativen Stefan Hartmann. Das großartige Restaurant am Steinplatz hat er konzipiert. Auf dem Dach des Weekends am Alexander­platz gegrillt. Blutwurst­maultaschen am Street Food Thursday unter die Leute gebracht. Und eben mit Claudia Steinbauer die Söhnel Werft zu einem famosen Hide-away der Haupt­städter gemacht. Endlich mal ein Ausflugs­lokal, das diesen Namen nicht verdient. Danke dafür. Und für so viel mehr.   

Zur Person
Stefan Hartmann war 2001 als Koch nach Berlin gekommen, zu Kolja Kleeberg in dessen Sterne­restaurant Vau. ­Später war er Küchen­chef im ­Jolesch, um sich 2007 selbst­ständig zu machen. Es folgten ein Michelin-Stern und ein zweites Restaurant – das Neubau im Bergmannkiez. Der Optimismus war groß, zu groß. Schulden aus dieser Zeit zwangen ihn, das Hartmanns zu schließen.

Text: Celmens Niedenthal

Bild: Holm Bieraeugel                                        

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