Essen & Trinken

Bar 111 in der Schönhauser Allee

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Die Barszene in Mitte hat Zuwachs bekommen. Zwischen dem „Mama India“ und dem VivBio-Frischemarkt prangt zwar noch der blasse „Rosavelle“-Schriftzug auf der Markise, doch ansonsten ist nichts von der Biodrogerie übrig geblieben, die sich hier vorher eingemietet hatte. Sporadische Lichtquellen beleuchten die lange Bar zur Rechten. Der große, halbdunkle Raum erinnert auf den ersten Blick an einen Möbelfundus: In ganz Berlin und Umgebung hat Betreiber Marjan Daniloski Sessel, Sofas, Couchtische und Stühle im Stil der 70er zusammengetragen, die Wand gegenüber der Bar ist mit einer silberschwarzen Tapete von Designer Karim Rashid gestaltet. „Dieser Retro-Look hat es mir angetan“, sagt Daniloski, ein charmanter Enddreißiger mit schwarzer Adidasjacke und schwerem Totenkopfring mit blutroten Augen. Auf der Getränkekarte stehen rund 20 Cocktails, darunter zwei Eigenkreationen, ansonsten alles bekannte Mischungen. „Alle Cocktails, die ich verkaufe, schmecken mir auch!“ Darauf legt Marjan Daniloski Wert, ebenso auf die Qualität seiner Spirituosen: „Meinen Mojito mache ich mit Ron Varadero und nicht mit Billigzeugs.“

Ursprünglich kommt Marjan Daniloski aus Hamburg, die Liebe hat ihn nach Berlin verschlagen. In beiden Städten hat er schon diverse Bars und Restaurants betrieben, zuletzt das Cafй Lila im Prenzlauer Berg. Doch es gab Ärger mit den Nachbarn, Daniloski mag es auch gerne mal laut. „Natürlich muss man auch quatschen und abhängen können, aber wer geht denn in eine Bar und fragt: Kannst du mal die Musik leiser machen? Solche Leute sollen lieber in eine Hotelbar gehen.“ Daniloski ist schon immer gerne in Mitte ausgegangen, hat aber eine Bar vermisst, die seinem persönlichem Musikgeschmack entspricht. „Jeder spielt ein Mischmasch von allem. Ich steh auf Elektro.“ In seinem Laden läuft deshalb die ganze Bandbreite elektronischer Tanzmusik von House über Minimal bis Tech-House. An den Wochenenden stehen DJs wie Miss Sunday Luv, Felix da Funk und Vito Rosso an den Plattentellern. Freitags spielt außerdem ein Live-Act, der sich auch mal über die Grenzen des Elektro-Genres hinausbewegen darf. Daniloski plant weitere regelmäßige Veranstaltungen, zum Beispiel einen Salsaabend am Montag, auch einen Tangoabend kann er sich vorstellen. Die Hauptsache für ihn: so viele Gäste wie möglich für sein zweites Wohnzimmer begeistern. Sein Ziel ist ein fließender Übergang von der Bar zum Club und: „Hauptsache es macht Lärm, ich will ja nicht einschlafen!!

Text: Betty Myller

Foto: Esther Suave / HiPi

Bar 111 Schönhauser Allee 10, Mitte, Tel. 0176 32 88 77 84, Mo–So ab 16 Uhr

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