Gastrotipp

Warum ihr euch auf die Experimente in der Schwips Bar einlassen solltet

Die Bar Schwips heißt jetzt anders, zumindest ein bisschen: Schwips Bar nämlich – und hat sich einen neuen Untertitel geschenkt: Sips & Bites. Euch erwarten Croissants im Drink, weitere Überraschungen, ein Zero-Waste-Konzept und eine vollmundige Weltläufigkeit.

Foto: CLemens Niedenthal

Das Schöne an Berlin ist ja, dass man sich hier immerzu neu erfinden kann. Zumal in der Berliner Gastronomielandschaft: In den vergangenen 20 Jahren hat die sich als Ganzes neuerfunden, von der Stadt, in der es zwischen dem  Ein-Euro-Döner und einer schon damals tradierten feinen Küche kaum Raum für Zwischentöne gab, zum gastronomischen Ziel für Hungrige aus der ganzen Welt.

Sich noch einmal neu erfinden, so machen es auch einige unserer liebsten Restaurants. Fine-Dining-Spots, die sich als Bistro ausprobieren, urige Eckkneipen, die sich zu modernen Gasthäusern entwickeln. Und manchmal liegt die Neuerfindung auch nur im Detail. Die Bar Schwips heißt jetzt Schwips Bar und hat sich einen neuen Untertitel geschenkt: Sips & Bites.

Was sich ändert? Wenig – und dann doch wieder alles. Denn an der Seite von Gründerin Weiena Chan stehen jetzt Leo Foriglio und Fabio Fedele, Cocktailspezialisten, die zuvor im Crackers und Cookies Cream hinter der Bar gestanden sind. Und so steht die Bar im Schwips und deren Möglichkeiten jetzt noch mehr im Fokus. Das Herz der Getränkekarte bilden vier „Signatures“, man kann sie pur bestellen, kombiniert mit alkoholfreien Getränken, als Spritz oder Kir mit Sekt serviert oder mit Schnaps zum Cocktail verlängert. Klingt kompliziert? Aber Empfehlungen des Teams bieten beim ersten Besuch eine geschmackssichere Orientierung.

Schwips Bar kann auch klassische Drinks

Wem dieses „Mix & Match“ dennoch zu ausgefallen ist, kann sich auf einen klassischen Drink oder die exzellente Weinauswahl besinnen. Allerdings  würde man dann so spannende Kreationen wie „Ugly Tom“ und „Cornetto & Jam“ verpassen, das erstere eine Essenz aus überreifen Tomaten, Fenchel, chinesischem schwarzen Essig und Geranien, das zweite aus, ja, Croissant, Pflaumen und geräuchertem Lapsang-Schwarztee. Ihr hört es heraus: „Zero Waste“ ist in der Schwips Bar das Gebot, Zutaten werden gerettet, Reste aus der Küche im Glas aufgebraucht.

Weiena Chans Teeexpertise kommt weiterhin zum Tragen, aber auch ihre ganz eigene Art, die europäische und chinesische Küche miteinander zu verbinden. Ein einfacher grüner Salat beweist dies eindrücklich, bei dem Furu, ein fermentierter Tofu, in Kombination mit Parmesan eine Umamibombe kreiert, die sogar jeden Caesar Salad erblassen lässt. Oder Büffelburrata, der statt mit Balsamico und Olivenöl mit Sojasauce, chinesischem Essig und Chili-Öl serviert und aufs Köstlichste irritiert. Schwips Bar ist die Aperitivo-Bar, die in ihrer vollmundigen Weltläufigkeit Berlin sehr gut tun wird. Wenn man sich auf ihr Experiment der endlosen Drinkoptionen erst eingelassen hat.

  • Schwips Bar Eichendorffstr. 1, Mitte, Di–Do 11.30–22 Uhr, Fr+Sa 16–23 Uhr, Website

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