Essen & Trinken

Berliner Bargeflüster

Wenn ick trinke, trinke ick Martini. Ausschließlich und trotzdem, wenn ick nur Martini trinke, sage ick beim Anstoßen immer: Darauf einen Dujardin. Wobei, dit sage ick eigentlich auch, wenn ick mit Wasser, Tee, Limonade oder Buttermilch anstoße. Versteht dit irgendjemand? Inzwischen sagt dit sogar meine Mutter, wenn sie mit ihren Nachbarn auf der Terrasse sitzt. Wie man sieht: Es macht langsam wieder die Runde. Anfang der 90er habe ick mich entschieden, mich mit etlichen Getränken und Spirituosen auseinandersetzen und anjefangen, in der Gastronomie zu arbeiten.

Seinerzeit war der Prenzlauer Berg noch etwas aufjeräumter und eine Kneipe war zum damaligen Zeitpunkt schon watt Dollet. Cafй Dogde in der Dunckerstraße wurde mein erstes Restaurant. Dit hatte ick für ziemlich viel Geld vom Knaack Club gepachtet, bis eines Tages mein Geld alle war. Wenn ick an die Zeit zurück denke – stelle ick fest, dasset kaum einen Moment gab, in dem ick schlechte Laune hatte. Dit lag und liegt wohl daran, dass ick ein Mensch bin, der jerne hinterm Tresen steht, den Leuten wat zurechtbastelt und bringt. Nich Irjendwer Irjendwem Irjendwatt, sondern Ick Ihm Dit. Dieser kleene Unterschied war und is mir stets wichtig und dass der Gast wohlwollend zur Kenntnis nimmt, dass man mit Freude bei der Sache is. Denn dann klappts och mit dem Nachbarn.

Apropos Nachbar – meen Mitbewohner Lars … er betreibt die Duke Bar. Und wie einst im Dogde gibts och hier unendlich viele gute Sorten Whiskey. Die einzelnen Sorten an Geschmack, Alter und Rauchnoten zu erkennen, setzt eine Menge Fachwissen voraus. Ick schätze sehr, wie Lars und sein Team arbeiten. Einen großartigen Cocktail zu mixen, is an und für sich nich schwierig. Ob er denn aber och jut schmeckt, is eine andere Sache. Die Kunst besteht darin, dass man nich nur Sachen zusammensammelt und mit Eis und Sahne zusammenschüttelt, sondern den Drink auf den Gast kreiert, die Bestandteile sensibel zusammenführt und einen Knaller präsentiert, so dass der Gast aus den Latschen kippt oder ihm nüscht anderet übrig bleibt, als wiederzukommen, weil dit einfach zu lecker war. Darauf einen Dujardin.

Aufgezeichnet: Martin Daßinnies

Foto: Andreas Kottlorz/HIPI

Stumpen ist Sänger der Berliner Band Knorkator. Nachdem sich „Deutschlands meiste Band der Welt“, wie sich Knorkator selbst bezeichnen, 2008 auflöste, stehen im April wieder Konzerte an und auch an neuem Material wird bereits gearbeitet. Die Tour von Knorkator startet im April.

Duke Bar Freiheit 15, Köpenick, S-Bfh. Köpenick, www.duke-bar.de, Mo-Sa ab 20 Uhr

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