Essen & Trinken

Berliner Bargeflüster: Andreas Malliaris

rubens_malliarisFrüher bin ich viel in der Stadt rumgekommen. In letzter Zeit habe ich mich zum Kiezgänger in Sachen Bars und Kneipen entwickelt. Das liegt vor allem an der Gegend rund um die Bergmannstraße, die sich in den letzten Jahren ziemlich verändert hat. Es gibt so viele neue Läden – man braucht im Grunde gar nicht weggehen, denn man hat ja alles vor Ort. Das Rubens hat sich im Kiez mittlerweile zum Treffpunkt von unterschiedlichen Leuten entwickelt. Wenn in der C-Halle oder im C-Club ein Konzert ist, dann treffen sich hier viele Konzertgänger, weil es die letzte gute Bar auf dem Weg dahin ist. Ich bin oft abends hier, wenn Happy Hour ist. Dann nehme ich auch mal gern einen von den 150 Drinks. Mein Lieblingsdrink ist der Mai Thai, aber auch der Rubens Spezial ist ziemlich gut. Wenn ich abends im Rubens bin, dann wirklich nur zum Entspannen. Ich komme aber auch oft tagsüber oder am frühen Abend her, weil zahlreiche Bekannte in der Gegend arbeiten oder wohnen und im gleichen Bereich tätig sind wie ich.

Und es ist nicht weit von meinem Haus entfernt. Sehr praktisch. Wir treffen uns hier gern zu Arbeitsgesprächen. Wobei das sehr viele andere Gäste auch tun. Viele sind wie ich Freiberufler und arbeiten hier tagsüber. Allerdings ist es nicht ganz so schlimm wie im Sankt Oberholz in Mitte. Dass sich Freiberufler in Cafйs setzen, um zu arbeiten, das ist zwar zu einer Art Running Gag geworden, trifft aber eben zu. Es ist jedoch ein Klischee, dass man als Freiberufler stets mit dem Laptop unter dem Arm rumzieht, nur um Vorreiter der digitalen Bohиme zu sein. Nein, es hat einfach auch seinen Charme, hier zu sitzen. Man kann viele andere Leute beobachten, die ebenso wie ich arbeiten. Man ist flexibler, wenn man nicht an einen Ort gebunden ist. Das ständige Gewusel von Angestellten und Gästen kann ich persönlich ziemlich gut ausblenden. Das Kommen und Gehen kann allerdings auch sehr inspirierend wirken. Vor allem aber ist die Atmosphäre nicht so ernst wie in einem Büro- oder Besprechungsraum. Und darum geht es letztlich.

Aufgezeichnet: Martin Daßinnies

Foto: Daniela Friebel /HIPI

Andreas Malliaris organisiert gemeinsam mit Helma Schleif das Musikfilmfestival „Musik-Film-Marathon Berlin“, das vom 28. März bis 10. April in der Kurbel stattfindet. Infos unter www.musik-film-marathon.de

Rubens Mehringdamm 65, Kreuzberg, Tel. 69 56 86 00, www.rubens-berlin.de, Mo-Sa ab 9 Uhr, So ab 10 Uhr

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