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Berliner Bargeflüster: Louise Gold

louise_gold_im_manouche_c_kerstin_anders_hipiWir sind das erste Mal im Manouche vor drei Jahren aufgetreten. Es war überhaupt das zweite Mal, dass „Louise Gold & die Herren Quarz“ live vor Publikum aufgetreten sind. Das Manouche hatte gerade erst eröffnet und ich hatte spontan den Besitzer Manu gefragt, ob wir bei ihm spielen können. Wir haben ausschließlich Jazz-Standards gespielt. Eigene Songs hatten wir noch nicht. Heute spielen wir fast nur noch eigene Kompositionen und haben gerade ein Album aufgenommen. Als neue Band will man viel auftreten, um ein wenig Geld zu verdienen. Deshalb sind solche Orte wie das Manouche einfach sehr wichtig. Jeder kann sich ausprobieren. Die Anforderungen, die man bei so einem Auftritt an die eigene Performance stellt, sind nicht ganz so hoch. Ich bin nicht ganz so aufgeregt wie bei einem Konzert, das wir etwa vor Leuten spielen, die vertraut sind mit unserer Musik. In so einem Rahmen wie im Manouche haben die Gäste noch keine Vorstellung vom Sound, den man spielt. Sie sind offener und aufgeschlossen für neue, unerwartete Dinge.

Mittlerweile haben wir oft im Manouche gespielt, gerade im Sommer machen wir das gern, wenn draußen vor der Bar die Sonne scheint. In den frühen Abendstunden kann ich dort wunderbar vor mich hin dösen und den anderen Bands zuhören, die ebenfalls regelmäßig auftreten. Manu ist ein sehr charmanter Typ. Die Belegschaft besteht hauptsächlich aus Franzosen. Eine kleine französische Enklave sozusagen. Und da ich, seit ich denken kann, ein Faible für Frankreich hege, kommt mir der Charme dieses kleinen Ladens sehr entgegen. Und natürlich mag ich die Musik, sie spielen viel Django Reinhard und Serge Gainsbourg. Beim letzten Mal, als wir im Manouche gespielt haben, hat nebenan eine andere Band gespielt, was nicht untypisch ist für den Gräfekiez. Hier ist ja immer etwas los. Es entwickelte sich über den Abend ein kleiner Wettstreit zwischen unseren Musikern, der letztlich zu einer kleinen Spontanparty im Manouche führte. Das sind immer die besten Konzerte.

Aufgezeichnet von Martin Daßinnies

Foto: Kerstin Anders / HIPI

Louise Gold ist zusammen mit Ihrem Quarz Orchestra am 4. April live im Asphalt Club zu erleben. Ihre Stimme wurde schon mit Jazz-Legenden wie Peggy Lee und Jo Stafford verglichen. Die Band betitelt ihren Sound als Glamour Jazz in Cinemascope.
Weitere Infos unter www.goldquarz.com

Manouche Grimmstraße 23, Kreuzberg, Di-Fr ab 17 Uhr, Sa+So ab 15 Uhr

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