Essen & Trinken

Berliner Barkonzepte

BarTrustDie Bareröffnung, die wohl am meisten für Aufsehen sorgte, war die der King Size Bar. Stephan Landwehr, Boris Radczun und Conny Opper haben ein Gespür für neue Wünsche ihrer Gäste. Gäste, die das Nachtleben genießen und ein wenig feiern wollen. Keine großen Gesten, eine lockere Intimität, unaufdringlich, die aber alle Möglichkeiten offenlässt. Berlins Mitte-Hippster suchen einen Ort, der niemand zu irgendwelchen Konventionen verpflichtet, an dem man die Nacht verlebt. Ähnlich sanft und unaufdringlich funktioniert auch das Trust. Cookie hat nach einer längeren Phase der Konsolidierung – das gerade mal vor ein paar Monaten eröffnete Restaurant Chipps musste erst in ruhigere Fahrwasser schwimmen und die Eröffnung der zweiten Filiale musste vorbereitet werden – wieder eine neue Adresse eröffnet.

Cookie ist zu einem mittelständischen Unternehmer aufgestiegen. Der Club Cookies, das vegetarische Restaurant Cookies Cream, das Chipps, dann demnächst die Filiale, da machte es ihm mal wieder Spaß mit zwei Partnern zusammen, mit Fotograf Sascha Kramer und Marcus Trojan (Foto) vom Weekend, die Bar Trust zu eröffnen, „das Risiko ist dabei nicht so groß“. Im Trust wird gemeinsam getrunken. Das wurde schon mal vor geraumer Zeit bei einer Kunstaktion eines Baumarktes in einem runtergekommenen Altbau in der Torstraße ausprobiert. Es gibt Wodka, Champagner, Wein und sogenannte Wachholder flaschenweise, die man dann gemeinsam mit Freunden oder zufälligen Bekannten zusammen trinkt.

Von draußen ist das Trust genauso wenig erkennbar wie die King Size Bar. Unwissende Fußgänger können nichts erkennen, die Scheiben sind mit Folie verklebt. Das Interieur ist ein wenig trashig, altmodische Polsterelemente lassen genug Platz zum Flätzen. Die Bar ist in vier Bereiche aufgeteilt: Links befindet sich eine Lounge mit Sesseln. Gleich vorne rechts ist eine große Bar, an der es die Getränke wie gesagt nur in Flaschen oder Karaffen gibt. Das Barpersonal ist aufmerksam. Hinter der Bar führt eine kleine Treppe hinauf in einen weiteren Raum, wo es sich die Gäste auf einem langen Loungemöbel bequem machen. Links davon spielt der DJ, wie auf einer Kanzel über den Köpfen der Gäste mit Blick auf die Bar, hinter ihm steht ein Doppelbett im Raum, auf dem ein halbes Dutzend Leute sitzt oder liegt. Die Wände sind kahl mit Goldanstrich, vereinzelt hängt Kunst (Fotos von Mitinhaber Sascha Kramer und Bilder vom Künstler David Mallon). Die Toiletten sind unisex, dabei sind die Kabinen mit Schiebetüren untereinander verbunden.

Dass es mit der klassischen Hotelbar und den Lonesome Bussinessmen schon längst nicht mehr funktioniert, dessen ist man sich auch in der Führungsetage des Marriott am Potsdamer Platz bewusst. Hotelbars funktionieren nur dann gut, wenn auch Berliner gerne dort ihre Drinks zu sich nehmen. Mit dem Umbau der gesamten Lobby soll nun auch Ende Januar 2011 eine Fashion Bar ihre Tore öffnen. Modeschöpfer Michael Michalsky ist der Kreativgeist, der nicht nur für die gesamte Gestaltung der Bar verantwortlich ist, er soll auch das Zugpferd für die internationale Modeszene sein. „Die Welt soll hier Mode atmen“, so erklärt Volker Tiedgens, der Geschäftsführer von Michalsky, was einmal die Atmosphäre sein soll. Nicht Showroom, sondern eine Lounge und Bar für rund 100 Gäste ist in der Planung, „es ist ein sehr viel größeres Projekt als gedacht“. Der Modemacher ist ständig bei allen Besprechungen und bei der Festlegung der Details vor Ort dabei. Doch derzeit ist die Fashion Bar noch eine einzige Baustelle und rein gar nichts von der kreativen Seite zu erkennen, auch vom Hotel sind keine Details zu erfahren. Die Farbe Schwarz wird gerade noch so erwähnt als Michalskys Erkennungszeichen …

Den gesamten Artikel der Autorin Eva-Maria Hilker lesen sie in der aktuellen tip-Ausgabe 24/2010.

King Size Bar Friedrichstraße 112 b, Mitte, Mi-Sa 21-7 Uhr, www.kingsizebar.com

Range Bar  Kurfürstendamm 106, Wilmersdorf, Mo-Sa 11-2 Uhr, Tel. 89 40 87-330

Trust Torstraße 72, Mitte, Di-Sa ab 20 Uhr

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