Essen & Trinken

Berliner Gastronomen fordern mehr Kontrolle bei Neuland

Neuland„Neuland-Bulette oder normal?“, eine Frage, die auch an Imbissbuden immer häufiger gestellt wird. Bei Zahlung eines Aufpreises kommen nicht nur Kunden großer Restaurants in den Genuss des hochwertigen Fleisches von artgerecht gehaltenen Tieren, für das die Firma Neuland steht. Die beliefert seit einiger Zeit auch direkt Berliner Gastronomen mit ihrem hochwertigen Fleisch. Doch regen sich Zweifel, ob bei den niedrigen Preisen, die einige Restaurants oder Imbisse aufrufen, nicht Unfug mit der Marke Neuland getrieben wird. Das Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein ist im linksalternativen Fried­richshain-Kreuzberg ausgeprägt. Dass eine artgerechte Tierhaltung wesentlich teurer als die konventionelle sein muss, wird dabei einfach mal ausgeblendet. Wenn der Konsument genauer hinschaut und rechnen kann, dann ist der preisliche Unterschied offensichtlich. Beim Neuland-Metzger Hoffmann in Schöneberg kostet etwa ein Kilogramm Hähnchenbrustfilet rund 20, ein Kilo Rinderrumpsteak 37 und das Rinderfilet-Kilo gar 60 Euro. Wie ist es dann möglich, dass ein Hühnchengericht im Restaurant gerade mal um vier Euro kosten kann?

Zweifel an dieser Kalkulation treiben auch Michael Näckel um, den Geschäftsführer des „Papa­ya“ in der Krossenerstraße. „Ich will meinen Kunden die beson­dere Qualität bieten.“ Daher ist er mit seinem thailändischen Res­taurant komplett auf Neuland umgestiegen, mit denen er einen Lizenz-vertrag einging. Für sein Res­­­taurant hat er eine Mischkalkulation aufgestellt, in der sozusagen das billigere Suppenhuhn das kostspielige Rind- und Schweinefleisch querfinanziert. Ihn würde aber nicht wundern, wenn andere Gastronomen „nur wenige Kilo kaufen, sich aber Neuland auf die Fahne schreiben“. Gemeinsam mit seinem ebenfalls erfahrenen Kollegen Josef Diekmann ist der Berliner Gastronom mit dem Wunsch nach mehr Kontrolle an den Partner Neuland herangetreten. Diese von den lizenzierten Gastronomen selbst finanzierte „Kontrolle, die 200 Euro kosten wird, soll feststellen, dass die Leute, die Neuland verkaufen, auch Neuland im Kühlhaus haben“, erklärt Diekmann.

Neuland-Geschäftsführer Jochen Dettmer (Foto) bestätigt auf Anfrage vom tip, dass „die Nachfrage nach mehr Kontrolle steigt, um dem Problem des Missbrauchs vorzubeugen“. Auch wenn bisher noch kein konkreter Fall vorliege, wolle er mit Neuland „Zertifikate aufstellen“ und „eine lückenlose Dokumentation aufbauen“. Beson­ders sogenannte „doppelte Sorti­mente“ sind Dettmer ein Dorn im Auge, also Sortimente, die nicht ausschließlich Fleisch von Neuland beziehen. Dabei müssen die Neuland-Kunden nicht das volle Sortiment abnehmen. Dettmer und seine Berliner Mitarbeiterin Judith Hochberger (Foto) favorisieren für die Zukunft eine Lösung mit einzelnen Neuland-Sparten, die den Lizenz-Partnern erlaubt, etwa nur Huhn oder nur Schwein abzunehmen – so dies in der Karte eindeutig gekennzeichnet ist. Entscheidend, so Dettmer: „Der Verbraucher muss erkennen, was ist Neuland und was nicht.“ Eben das wünscht sich auch Diekmann, in dessen Restaurants zum Beispiel „das Schwein von Neuland, die Hähnchen aber von Wiesenhof kommen“ …

Den ganzen Artikel des tip-Autoren Denis Demmerle lesen sie in der aktuellen Ausgabe des tip 18/09.

Weitere Informationen zu Neuland-Fleisch im Internet unter: www.neuland-fleisch.de

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