Essen & Trinken

Berliner Hofkonditoren und Cupcake-Rocker

CupcakeEs ist Nachmittag, Daniel Bader trinkt Earl Grey. Um ihn herum ein Stimmengewirr aus Deutsch und Englisch. Vor der Vitrine sich tief bückende Kundschaft, die Farbe und Form der Cupcakes bestaunt. Bis zu 20 Sorten der kleinen Törtchen mit Buttercremetopping von Pretty in Pink bis Fantasy Island sind im Friedrichshainer Cupcake-Cafй, dem ersten in Deutschland, im Angebot. „Wir haben viel Herzblut reingesteckt und Tag und Nacht geackert“, erzählt Daniel Bader, der gemeinsam mit seiner Partnerin Dawn Nelson die amerikanische Cupcake-Kultur nach Berlin gebracht hat. Beide sind 33, sie hat früher in den USA als Makeup-Artist gearbeitet, er betreibt nebenbei das Plattenlabel Cupcake-Records.

Cupcake ist mittlerweile nicht nur ein erfolgreicher kleiner Kuchen, sondern schon zu einer Marke avanciert. Es gibt Buttons, Kühlschrankmagneten, T-Shirts und Taschen mit Cupcake-Logos, die teilweise von Bands wie Black Flag oder Yuppicide abgekupfert sind. Mit Yuppicide geht Daniel Bader demnächst für drei Wochen auf Reunion-Tour. Die erste längere Auszeit seit Langem. Den Hardcoreinfluss merkt man dem Laden und den beiden Chefs an – Nelson und Bader sind auffällig tätowiert, und ein Teil ihres süßen Angebots ist vegan. Damit greifen sie die Kultur einer bestimmten Musikszene auf, der
Straight-Edge-Bewegung, die auf vegane Lebensweise setzt. Nelson und Bader haben viele Freunde, die sich vegan ernähren, und Friedrichshain ist der richtige Standort für ein Cafй, das tierproduktfreie Süßwaren anbietet.

CupcakeIhr Erfolgsrezept hat in anderen Städten inzwischen einige Nachahmer gefunden, aber Daniel Bader warnt davor zu glauben,
man könne das Cupcake-Konzept, das in den vergangenen Jahren so gut aufgegangen ist, einfach kopieren. Es kostet Zeit, Nerven, Arbeit und bedarf auch des nötigen Talents. In den vergangenen vier Jahren, seit es den Laden gibt, waren die beiden kaum drei Tage am Stück gemeinsam weg. Mal ganz abgesehen vom bürokratischen Aufwand, den es für Dawn Nelson bedeutet, als Ausländerin in Deutschland leben zu dürfen und einen eigenen Laden zu führen. Zudem sind Cupcakes nicht so einfach nachzubacken, wie es vielleicht aussehen mag. Nelson und Bader möchten ihre Rezepte nicht ausplaudern, sie verraten nur, was den Cupcake auszeichnet und zugleich den Unterschied zum Muffin ausmacht. Ein Cupcake ist immer süß und fluffig, er hat frisch gebacken die Konsistenz eines Schwamms, der sich zusammendrücken lässt, ist aus
Rührteig und hat eine Buttercreme als Topping …

Den gesamten Text der tip-Autorinnen Sonja Süß und Sandy Bossier und über weitere Adressen für Kaffe & Kuchen finden sie in der aktuellen Ausgabe des tip-Magazin 22/10.

Albrechts Pвtisserie Rykestraße 39, Prenzlauer Berg, Tel. 44 01 72 73, www.albrechts-patisserie.de, tgl. 10-18 Uhr, U-Bhf. Senefelderplatz, Tram M2, M10, Filialen: Fasanenstraße 29, Charlottenburg, Tel. 88 72 93 83; Winterfeldtstraße 45, Schöneberg, Tel. 23 60 94 57

Bäckerei Siebert Schönfließer Straße 12, Prenzlauer Berg, Tel. 445 75 76, Di-Fr 6.15-18.30 Uhr, Sa 6.15-12.30 Uhr, U+S-Bhf. Schönhauser Allee, Tram M1, 50, 52, 53

Cupcake Berlin Krossener Straße 12, Friedrichshain, Tel. 25 76 86 87, www.cupcakeberlin.de, Mi-So 12-19 Uhr, U+S-Bhf. Warschauer Straße, Bus 240, Tram M10, M13, 21

Konditorei-Confiserie Johannes Rabien Klingsorstraße 13, Steglitz, Tel. 791 65 95, www.rabien-berlin.de, Mo-Fr 9-18 Uhr, Sa 9-15 Uhr, So 12-16.30 Uhr, U+S-Bhf. Rathaus Steglitz, Bus M82, X83, 282, 38

Mr. Minsch Yorckstraße 15, Kreuzberg, Tel. 28 45 08 94, tgl. 12-18.30 Uhr, U-Bhf. Mehringdamm, Bus M19, 140

 

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