Essen & Trinken

„Berliner Meisterköche“ von Clemens Niedenthal

Clemens Niedenthal

Eigentlich bin ich immer einer Meinung. Schließlich ist das hier ein Kommentar. Und da geht es naturgemäß um Dinge, die einem aufgestoßen. Gar zum Kochen bringen. Und so gibt man also seinen Senf dazu. Diesmal möchte ich die Meinung indes anderen überlassen: In der vergangenen Woche wurden die Berliner Meisterköche 2015 gekürt. Es hat die richtigen getroffen. Zwei Frauen zudem, was in dieser noch immer männlich dominierten Branche wohltuend ist. Sonja Frühsammer (Frühsammers Restaurant) hat sich, na klar, nach ihrem Stern auch den Titel „Berliner Meisterkoch“ (sic!) verdient. Mindestens so schön aber ist die Wahl von Barbara Merll zur „Gastgeberin des Jahres“ – auch, weil die Restaurantleiterin des Skykitchen in der Landsberger Allee ihre kompetente Herzlichkeit nie mit einer professionellen Herzlichkeit verwechselt. So geht Service in der Sternegastronomie im Jahr 2015. Dass die von allen und zurecht geliebte Cordobar zum „Szenerestaurant“ gekürt wurde – geschenkt. Aber Manuell Schmuck vom Martha‘s in Schöneberg als „Aufsteiger des Jahres“, das zeugt auch von einem guten Gespür der Jury für kulinarische Atmosphären. Dass als „Gastronomischer Innovator“ schließlich die Initiative „Über den Tellerrand kochen“ (die etwa Kochkurse mit Flüchtlingen anbietet) ausgezeichnet wurde, beweist, dass Essen tatsächlich politisch ist. Auch für die von Berlin Partner ausgelobten „Berliner Meisterköche“.

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