Essen & Trinken

Berlins neue Eismacher

Eis_Jens Berger

„Ja, Fantasie ist gut“, sagt Bedri Karasnir, geboren im türkischen Izmir. „Aber hochwertige Zutaten, die sind ganz wichtig. Und die richtige Basismischung.“ Milch, Sahne, Bindemittel wie Johannisbrotkernmehl, Traubenzucker, wei­tere Zusätze. „Da darf man nicht sparen.“ Seine Frau Annamaria Fedora, Italienerin, fällt ihm temperamentvoll ins Wort: „Ja, aber die Idee ist Fantasie. Die Idee!“ Mitarbeiterin Susann Lorenz mischt sich ein: „Wenn man schlechte Laune hat, merkt man das dem Eis auch an.“ Karasnir guckt erstaunt: „Schlechte Laune gibt’s nicht.“

Wie auch? Prenzlauer Berg ist eine ziemlich gute Eisgegend geworden. Gerade für jene Läden, die ihr Eis selbst machen. Man könnte es auch Qualitätsfanatis­mus nennen. Der Kult des Selbstgemachten hat das Speiseeis erreicht. Die Kleine Eiszeit in der Stargarder Straße ist längst nicht mehr allein im Kiez. Da geht noch einiges.

Wie in der nicht nur bei der Kuchenauswahl vorzüglichen Albrechts Pвtisserie in der Rykestraße, seit fünf Jahren vor Ort. Die junge Chefin Stephanie Albrecht propagiert ein „gutes Eis mit grundsoliden Zutaten, bei dem es nicht notwendig ist, auf Pasten oder Pulver abzuheben“.
Oder wie eben bei Annamaria Fedora und Bedri Karasnir ganz in der Nähe der Patisserie. Bevor Karasnir im Jahr 2000 den damals leer stehenden Laden in der Huse­mannstraße entdeckte, hatten beide ein Eiscafé und Res­taurant in Charlottenburg.

Allerlei bekannte Gesichter standen schon vor Annamaria Fedoras Eistheke an. Joschka Fischer, Maria Schrader, Campino, Sandra Maischberger. Dass sie Ben Becker nicht erkannte, ist ihr peinlich. Sie hatte ihn doch gerade im Theater gesehen.

In der Vitrine gibt es täglich 17, 18 teils wechselnde Sorten zur Auswahl: Klassiker wie Vanille und Schokolade, aber zum Beispiel auch „Don Vito“ aus Vanilleeis, Himbeere und Schokolade. Alles selbst gemacht, teils selbst entworfen. Ein Angebot, das man nicht ablehnen kann. Coppolas „Der Pate“ lässt grüßen.

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