Essen & Trinken

„Bio-Burger und Bauernopfer“ von Clemens Niedenthal

Clemens Niedenthal
„Ich arbeite in einem Bio-Laden“, steht denn auch frech auf den Shirts der Mitarbeiter. Ist aber – natürlich – gelogen. Ist doch nicht einmal dieser eine Burger bio, sondern nur das dafür verwendete Fleisch. Das kommt, so sagt es das Unternehmen, von deutschen und österreichischen Milchkühen. Und damit vermutlich aus just jenen Kanälen, die auch Discounter, Supermarktketten und die preissensible Gastronomie mit günstigem Biofleisch versorgen. Schon ist von einem Engpass die Rede, und von der Marktmacht, die McDonalds immer noch hat. Zumal in den USA gerade die Ankündigung des kriselnden Branchenriesen für Furore sorgt, binnen zehn Jahren komplett auf Bio-Eier umzusteigen. Geht doch jedes vierte in den USA gelegte Ei an McDonalds – aber nur jedes sechste Ei kommt dort heute aus Bodenhaltung geschweige denn einem Bio-Betrieb. Man mag die Beweggründe von McDonalds alles andere als moralisch finden, die Produktionsverhältnisse unserer Nahrungsmittel verändert es nichtsdestotrotz. Es wird immer mehr „Bio“ geben. Und dieses „Bio“ ist immer weniger wert. An seine Stelle könnte die kleinteilige, handwerkliche Landwirtschaft treten, die Lebensmittel der kurzen Wege – wenn wir denn bereit sind, den Preis dafür zu bezahlen. So billig wie ein Bio-Siegel ist der nämlich nicht.

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