Essen & Trinken

Bodenständiges in der Moabiter Zunftwirtschaft

zunftwirtschaftDer Eingang ist etwas schmucklos. Doch davon sollte sich keiner abschrecken lassen. Drinnen stehen einfache Holztische. Ein paar Bilder schmücken dezent die Wand. Einfache Tonlampen beleuchten die Tische und sehen aus wie aus der Halle nebenan gekauft. Etwas unterkühlt wirkt das Ambiente, wäre da nicht der Blickfang – das große Weinregal im hinteren Bereich des Lokals. Auf der Speisekarte steht deutsche Küche von Berlin bis zur Pfalz. Zum Einstand kommt ein „märkischer Tapasteller“ für neun Euro. Der gilt eigentlich als üppige Brotzeit und sollte als Vorspeise deshalb unbedingt geteilt werden, damit die deftigen Hauptspeisen eine Chance haben, noch in den Magen zu passen. Der Teller kommt mit einer Auswahl an Salami, Wurst, Buletten, einer kleinen Quiche, Kräuterquark, Gürkchen und frischem Sauerteigbrot. Die Sommerkarte lockt mit Matjes, entweder mit Kartoffeln, Salat, Rei­bekuchen oder süßsauer. Drei Hauptspeisen – Schnitzel, Schweine- oder Rindersteak – ergänzen die Standardkarte.

Wir entscheiden uns für das Rind mit „den besten Bratkartoffeln“, wie der Wirt mit einem verschmitzten Grinsen verspricht, und mariniertem Matjes auf Blattsalat. Die Gerichte halten, was sie versprechen – bürgerlich, solide zu­bereitet, frisch und, ja, schmackhaft. Das Dessert, eine Quarkspeise mit Beerenfrüchten, passt gerade noch rein. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass auch der Dauerbrenner Crиme Brыlйe auf der Karte steht. In Moabit versucht die Zunftwirtschaft niemanden zu beeindrucken. Die Gegend ist keine Ausgehgegend. Wer hier Gastronomie eröffnet, muss sich anpassen. Die Zunftwirtschaft tut das mit solider Küche und zweckmäßigem Ambiente und zum Glück nicht, indem sie bei der Qualität Abstriche macht. Die Zunftwirtschaft ist ein Kiezrestaurant mit Niveau, mit einer kleinen Karte und ehrlichen Gerichten. Wer in Mitte oder Charlottenburg essen geht, ist sicher anderes gewöhnt. Doch die vielen Tische, die an diesem Dienstagabend besetzt sind, beweisen, dass das Konzept bei der Nachbarschaft ankommt.

Text: Antje Binder

Foto: Kristal Burtum / HIPI

tip-Bewertung
: Empfehlenswert

Zunftwirtschaft in der Arminiusmarkthalle, Arminiusstraße 2, Tiergarten, www.zunftwirtschaft.de; U-Bhf. Turmstraße;
Mo-Sa ab 16 Uhr, Küche bis 22 Uhr; Speisen 5,50 Ђ bis 18,50 Ђ, Softdrinks ab 1,40 Ђ, Bier (0,4 l) ab 2,50 Ђ, Wein (0,2 l) ab 4,50 Ђ, Fl. Wein (0,75 l) ab 8,50 Ђ; Rauchen: nur draußen

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