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Cielo: Ivan Pirolos himmlische Gastro-Bar

Gleichsam spektakulär und naheliegend ist Cielo in Friedrichshain. Ivano Pirolo, einst Küchenchef im Kink, bietet in seiner Gastro-Weinbar kleine Teller voller pointierter Aromen und herausragender Produktqualität. Spätestens beim Dessert ist man dann im Himmel angekommen.

Foto: Marianne Rennella

Sein Lokal hat Ivan Pirolo Cielo genannt, auf Deutsch Himmel. Denn mit dem Himmel assoziiere er allerlei: „Der Himmel ist für alle gleich, er verbindet die Menschen“, sagt der gebürtige Neapolitaner. Außerdem sei Himmelblau die Farbe seiner  Fußballmannschaft, und wir ahnen, welches Team er meint. Am meisten aber fasziniere ihn das Offene, Unendliche: „Man kann in den Himmel eintauchen“.

Mitte Februar hat Ivano Pirolo seine Cielo Winebar in der Nähe des Ostkreuzes eröffnet. Zunächst mit wöchentlichen Pop-up-Dinnern. Dann ist er langsam und mit einem guten Gefühl für die Nachbarschaft in den Alltagsbetrieb gestartet. Nach einer langen Karriere als Küchenchef in der gehobenen Gastronomie wagte der noch immer junge Koch den Schritt rein in die Selbstständigkeit – und raus aus dem Fine Dining.

Man nehme ein geliebtes Produkt und konzentriere sich darauf, von Anfang bis Ende

Worum es ihm jetzt geht: kleine Teller voller pointierter Aromen und einer herausragenden Produktqualität. In den cremigen Fäden des Stracciatella-Käses, garniert mit einer italienischen Chimichurri, taucht zunächst eine dicke Scheibe Sauerteigbrot ein. Von letzterem sollte unbedingt etwas aufbewahrt werden für die unglaubliche Soße des nächsten Tellers: verbrannte Frühlingszwiebeln in Orangen-Miso-Dressing. Es ist eine Hommage an die geliebte Zwiebel und gleichzeitig ein Paradebeispiel für Ivano Pirolos Stil. Man nehme ein geliebtes Produkt und konzentriere sich darauf, von Anfang bis Ende. Was braucht der Spargel? Einen knackigen Biss und eine fettig-feine Soße – Pirolo serviert eine Abwandlung des japanischen Eierstichs Chawanmushi.

Foto: Steffen Sinziger

Im besten Sinne auf das Nötigste reduziert ist auch die großzügige Portion Miesmuscheln, welche – wie alle Teller – zum Teilen gedacht ist. In diesem Muschelberg mit pikanten ‘Nduja-Escabeche darf man sogar die Finger eintauchen.

Cielo-Betreiber Pirolo weiß, was ein Dessert nicht braucht

Im Himmel angekommen ist man, wenn der erste Löffel aus cremigem Mascarpone, Savoiardi, Safranlikör und einer deutlichen Prise Salz probiert ist. Ein so einfaches und so rundes Dessert gelingt Pirolo, weil er weiß, was es nicht braucht. Zuletzt hatte er die Küche im Kink geleitet und gehoben, raffiniert und manchmal kompliziert gekocht. Nun genießt er die Offenheit, die ihm sein Cielo bietet.

Erwähnt werden müssen noch Sommelier Yannick Kern und seine tolle Weinauswahl: naturnah, biodynamisch, nicht klassisch und dennoch zugänglich genug. Genau wie dieser tolle Ort, der gleichsam spektakulär und doch so naheliegend ist.

  • Cielo Lenbachstr. 7, Friedrichshain, Mi–Sa ab 18 Uhr, Website

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