Essen & Trinken

Clemens Niedenthal über eine kulinarische Überraschung

Reisen bildet. Zumal, wenn die Reise nach wenigen Kilometern im freitäglichen Berufsverkehr versandet. Berlin will nach Hause. Da kann auf einen, der wegwill, keine Rücksicht genommen werden. Der Rest sind Baustellen und die Erkenntnis, dass man an diesem Abend nicht mehr auf die Hütte kommt. Immerhin ging es noch bis in die Alpen. Dort aber blieb der Wanderer – und mit ihm der Hunger – unten im Tal. Genauer: in Matrei in Osttirol. Hätte nur einer noch mal die Sonne angeknipst, es wäre ein eindrückliches Bergpanorama gewesen. So aber mussten wir uns auf andere Sinne verlassen. Riechen, schmecken. Ob unsere Pensionswirtin denn eine Empfehlung hätte? Die Pizzeria ?in der örtlichen Tennishalle! Hauptsache heiß und fettig, das passte gut zum Fatalismus dieses Reisetages. Indes: Wir hatten ?die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der hieß Ernst Moser. Und sollte an diesem fortge­schrittenen Abend eine Wachtel in Gewürzhonig anbraten und ?die geschmorte Gamskeule mit Holunder und Zirbe kombinieren. Oder die Renke mit Blütenpfefferschaum. Was wir nicht ahnten: Dieser Pizzabäcker ist auch ein Haubenkoch und seine Tennishallenpizzeria dem österreichischen Gault-Millau Begeisterungsstürme wert. Wenn Sie also das nächste Mal an einer Tennishalle vorbeikommen – geben Sie dem Wirt ruhig eine Chance. Vor allem aber: Besuchen Sie die Pizzeria Saluti in Matrei in Osttirol.

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