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Von Neukölln in die Welt: Curry-Paule – es geht um mehr als nur die Wurst!

Im Süden Berlins hat Curry-Paule ein kleines Currywurst-Paradies erschaffen. Mit mehreren Imbisswagen und zwei Buden – eine wurde mitten in der Pandemie eröffnet – versorgt er seine Kunden mit deftigen Spezialitäten. Neben dem obligatorischen Klassiker der Berliner Küche auch mit Spezialitäten wie dem Britzburger, gefüllter Currywurst, Angeboten für Vegetarier und Veganer. Neuerdings gibt es die Wurst auch im Glas – und eine Hilfsaktion hat er auch noch gestartet. Allerdings hat Andreas Kämpf alias Curry-Paule wie viele Kolleg:innen ein Problem, immer wieder kommt es zu Einbrüchen.

Andreas Kämpf alias Curry-Paule, der sich zu Ehren seines Großvaters – Paul Kämpf – Paule nennt. Foto: Curry-Paule

Curry-Paule ist nicht so touristisch wie die Buden in Kreuzberg – aber der Besuch lohn

Über Currywurst lässt sich vortrefflich streiten. Eine Frage treibt viele um: Wo ist die beste Currywurst-Bude der Stadt? Wer in Berlin lebt, hat oft seinen eigenen Geheimtipp. Einige schwören auf die alteingesessenen Buden in Steglitz, andere auf legendäre Imbisse wie Curry 36 in Kreuzberg oder Konnopke in Prenzlauer Berg.

Ganz so touristisch wie bei diesen “Kultbuden” geht es bei Curry-Paule nicht zu, dafür sind die Standorte etwas zu weit ab vom Schuss. Nach Britz und Rudow verirrt man sich nicht jeden Tag, wenn man nicht gerade in der Gegend wohnt. Dabei lohnt die Fahrt. Nicht nur wegen der Wurst, die schon sehr gut ist. Doch bei Curry-Paule liegt das Geheimnis im Ketchup.

Curry-Paule: „Mein Ketchup ist wirklich einzigartig”

„Mein Ketchup ist wirklich einzigartig und hat darum bereits viele Fans in ganz Deutschland. Auch nach Österreich, Griechenland und in die Schweiz haben wir ihn schon geliefert“, sagt Andreas Kämpf alias Curry-Paule, der sich zu Ehren seines Großvaters – Paul Kämpf – Paule nennt. Und weil sein Rezept so viel Lob erhält, trägt er es aus dem tiefen Neukölln in die Welt hinaus.

Der Ur-Neuköllner, Jahrgang 1964, vertreibt seit einiger Zeit den originalen “Curry-Paule”-Ketchup im Einzelhandel, und online gibt es sogar die „Curry im Glas“. Für Wurstfans gedacht, die dem kulinarischen Erlebnis auch zu Hause nachspüren wollen oder als Mitbringsel für Freunde und Familie, die anderswo leben. Ein auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftiges Produkt, schließlich schmeckt die Currywurst am besten live und vor Ort, aber auch die Wurst aus dem Glas funktioniert.

Doch nicht nur der Vertrieb der Produkte expandiert, die Curry-Paule-Standorte selbst sollen sich nach dem Franchise-Prinzip vermehren. “Die Eröffnung des ersten Franchise-Imbisses an der Rudower Straße 160 ist ein Meilenstein für uns”, sagt der Betreiber. Mitten in der Pandemie ging das Geschäft in Rudow los. In Zukunft soll es mehr Curry-Paule-Buden in ganz Berlin geben und vielleicht auch darüber hinaus.

Buden von Curry-Paule immer wieder Ziele von Einbrechern

Mit dem Erfolg kommen aber auch die Probleme: Im Oktober 2021 wurde innerhalb kurzer Zeit zum vierten mal in seine Buden eingebrochen, im jüngsten Fall tatsächlich in die an der Rudower Straße. Was allerdings wenig bringt, die Kassen werden jeden Abend geräumt. Der Täter hat ihm dafür das Lager teils leergeräumt. Die Beute: Red-Bull- und Cola-Dosen.

„Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen morgens schon mit einem mulmigen Gefühl zur Arbeit, weil sie immer damit rechnen müssen, dass an ihrem Arbeitsplatz eingebrochen wurde“, erzählt Andreas Kämpf. „Da ist wirklich nichts zu holen; das hindert uns nur daran, unserem Geschäft nachzugehen und Currywürste zu verkaufen. Außerdem läppern sich die ständigen Reparaturkosten für kaputte Schlösser und Türen.” Auch deshalb hat Kämpf nun eine Belohnung ausgesetzt. 1000 Euro gibt es für den, der den entscheidenden Hinweis zur Ergreifung des Täters beiträgt.

Curry-Paules Wurst gibt es auch vegan

Unterkriegen lässt sich Andreas Kämpf dabei natürlich nicht. Auch wenn der gelernte Fleischermeister Kämpf auf Tradition und Fleischverzehr setzt, geht er mit der Zeit und hat auch Angebote für Menschen, die auf tierische Produkte verzichten. „Auf die Ernährung zu achten ist wichtig; wenn sich jemand entscheidet, vegan zu leben, unterstütze ich das gern und versorge ihn weiter mit einer echten Neuköllner Currywurst!“ Die vegane Currywurst gibt es sowohl in den Buden wie auch an den Curry-Paule-Trucks, mit denen er vor der Pandemie in der Stadt unterwegs war – und inzwischen wieder ist.

Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel unterstützt die Aktion #einemehr und kaufte die erste Wurst. Foto: Curry-Paule
Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel unterstützt die Aktion #einemehr und kaufte die erste Wurst. Foto: Curry-Paule

Übrigens hat Curry-Paule während der härtesten Phasen der Pandemie versucht, Menschen, denen es besonders schlecht geht, zu helfen. Ende 2020 startete er die Hilfsaktion “#einemehr” und hofft auf Nachahmer. Das Prinzip ist simpel, amerikanische Coffeeshops sind hier das Vorbild: Kunden, denen es gut geht, bezahlen eine Currywurst mit Brötchen mehr. Alle, denen es in Coronazeiten durch Jobverlust oder Kurzarbeit schlechter geht, bekommen eine solche „Pre-Paid-Curry“ umsonst.

„Es geht vor allem darum zu zeigen, dass die, die unter der Krise leiden, nicht alleingelassen werden. Manchmal wirkt schon eine Curry Wunder!“, sagte Curry-Paule damals zur Aktion. Eine Curry wirkt Wunder, das ist ein schönes Motto und in Berlin stimmt es erst recht! Hoffen wir, dass ihm in Hinsicht auf seine Buden auch ein paar Wunder geschehen – und die Einbruchsserie bald endet.


Curry-Paule Buckower Damm 7-9, Buckow
Curry-Paule Stubenrauchstr. 103, Rudow

Mehr unter www.curry-paule.de


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