Essen & Trinken

Dandy Diner in der Karl-Marx-Straße

Dandy Diner in der Karl-Marx-Straße

Wird ein neues Lokal in Berlin eröffnet, gehört die Nachricht eigentlich ins Gastro-Ressort vom tip. Bei der seltenen Gelegenheit, wenn Berlins bekannteste Modeblogger die Junggastronomen geben, gehört die Geschichte jedoch auf die Stil-Seiten.
David Kurt Karl Roth gründete den Männermodeblog Dandy Diary 2009. Ein Jahr später kam Carl Jakob Haupt, ein Freund aus der Schulzeit, hinzu. Inzwischen sind die beiden Anfangdreißiger weltweit in Modefragen unterwegs und haben der deutschen Modebloggerszene gezeigt, wie man’s besser macht: stilsicher, auch mal anecken und die unvermeitlichen Product-Placements möglichst authentisch einbinden. Natürlich haben der zeitweilige Hang zu Extremen, wildes Partyfeiern und ein Schuss Selbstironie den beiden ebenfalls nicht geschadet.
"Und sie wissen, was man von ihnen erwartet: Die Küchenschürzen, geziert mit Schweine-Konterfeis (sic!), sind vom skandinavischen Designer Henrik Vibskov und werden im Voo-Store verkauft. Die Hausfarbe ist "Rose Quartz", gerade von der Pantone-Organisation zur Trendfarbe des Jahres gekürt. Und für die Innenausstattung wurde das Studio Karhard gewonnen, bekannt u. a. für die Gestaltung der Toilettenräume im Berghain.
Dem Zufall überlassen die beiden nichts. Warum vegan? "In der Modebranche wollen alle dünn sein, deshalb wird wenig gegessen, manchmal tagelang nicht. Das finden wir prinzipiell gut – hin und wieder riechen Modebloggerinnen, Redakteurinnen und Stylisten aber unschön aus dem Mund. Das muss am leeren Magen liegen", sagen sie im Scherz. "Wer sich vegan ernährt, wird quasi nicht dick. Wir haben es selbst ausprobiert. Und Mundgeruch kriegt man von Pflanzen auch nicht." Ob Roth und Haupt auch als Gastronomen überzeugen, zeigt sich schnell: Wenn’s auch schmeckt.

Text: Stefan Sauerbrey

Foto: EyeCandy Berlin

Dandy Diner Karl-Marx-Str. 9, Neukölln, ?So–Mi 12–22 Uhr, Do–Sa 12–0 Uhr

Mehr über Cookies erfahren