Essen & Trinken

Das Inmitten in Moabit

Das Inmitten in Moabit

Die Hoteleröffnung ist noch nicht einmal ein Jahr her – schon hat das Steigen­berger am Kanzleramt sein Restaurant Inmitten einmal richtig durchgeschüttelt und ihm eine gänzlich neue – zudem für ein solches Haus ungewöhnliche – Richtung gegeben. Weg von deutscher Hausmannskost, hin zur Molekular­küche. Die kannte man bislang etwa von Cristiano Rienzner und seinem inzwischen geschlossenen Restaurant Maremoto. Und just dort hat Mehdi Hosseini Kazemi, der neue Küchenchef im ­Steigenberger, seine „Methaphoric Cuisine“ auch gelernt. Worauf bereits die Vorspeise „Fisch in Trance“ verweist, eine Begegnung von Heilbutt, Riesengarnele und Jakobsmuschel mit Zitronenschaum und prickelndem Wasabi-Kaviar (17 Euro). „Ursprung“ heißt der mit 31 Euro teuerste der drei Haupt­gänge, bei dem rosa gebratene und ?fein geräucherte Filetstreifen vom Ursprungsrind auf Chorizopaste liegen und von Himbeersorbet in Artischocken­herzen, Kartoffel-Espuma und Mandarinen-Gummibärchen begleitet werden. An derlei süßen Details hat der neue Mann Freude, sie geben einen weiteren Geschmackskick. Aber dennoch: Trotz Espuma und Geprickel ist dies keine intellektualisierte Angelegenheit, in der das Essen zu einer Lehrstunde verkommt. Vielmehr zeigt Mehdi Hosseini Kazemi, dass die Molekularküche auch verständlich, ja fast schon bodenständig sein kann. Auf dieser Basis kann man sich gespannt auf das 4-Gänge-Menü nach Wahl des Küchenchefs einlassen (69 Euro). Oder sieben der insgesamt neun Gänge selber auswählen (119 Euro), um Kazemi richtig kennenzu­lernen.    


Text:
Manuela Blisse

Foto: Steigenberger Hotel Group

Inmitten im Steigenberger Hotel am Kanzleramt, ?Ella-Trebe-Straße 5, Moabit, Tel. 740 74 30, Molekularkarte tgl. 18–22 Uhr

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