Essen & Trinken

Das Restaurant „Wien Mitte“

Wien Mitte in Berlin

Mit der Authentizität ist das so eine Sache. Je mehr man sie behauptet, umso schwerer wird es ihr gemacht. Wenn man also – und damit willkommen in der neuesten Interpretation austrokulinarischer Gastlichkeit in dieser Stadt – fetzige Sinnsprüche im breitesten Wiener Schmäh in die Karte schreibt, sollte ein Teil der Belegschaft ihrer sinnhaften Übersetzung mächtig sein. Gut, dass das mit dem Kochen im Wien Mitte besser klappt. Vor allem mit dem Frittieren. Das Wiener Schnitzel (17,50 Euro) liegt über dem Berliner Standard und ist von angenehmer Knusprigkeit. Die ebenfalls panierte Bio-Leber (Tageskarte, 12,50 Euro) war noch einmal besser, ja, richtig gut. Kross, nussig-aromatisch und butterzart. Dazu gab es perfekte Bratkartoffeln und einen eher labschen Kartoffelsalat. Gutes und guter Durchschnitt also in einer Lokalität, deren innere Verfasstheit indes eher unterdurchschnittlich bleibt. Zu klein und eng gestellt die Tische, zu grellgrün gepinselt die Wand. Zu wenig urig ein Ort, der doch ein typisches Wiener Beisl sein will. Und auch, dass die kleine Küche als eine Art Showküchentresen in den Gastraum verlängert worden ist, sorgte an diesem Abend eher für Unruhe als für Atmosphäre.    

Text: Clemens Niedenthal

Bild: Jan Grünfeld

tip-Bewertung: Annehmbar

Wien Mitte, Ackerstraße 17, Mitte, ?Tel. 0157-72 53 63 24, ?Mo–Sa 16–24 Uhr (Küche 17–23 Uhr), www.wien-mitte.de

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