Essen & Trinken

Der Kellner als Dozent

Eigentlich hätten wir das Essen ab­bestellen und gehen sollen. Doch ­irgendwie verwirrte sich die Situation zu einem absurden Theater, aus dem die Gäste nicht mehr aussteigen konnten. Es fängt alles ganz harmlos an im „Contadino?…“, doch als der Kellner
die Bestellung aufnehmen will, erklärt er bei fast jedem Wunsch, dass es dies und auch jenes nicht mehr gäbe. Das kann noch als Frische-Beweis durch­gehen, die Pasta wird hier selbst gemacht. Wir entscheiden uns einfach auf ein Nudelgericht mit Trüffeln und wollen eine Extra-Portion. Gäste dürfen manchmal über die Stränge schlagen – wenn sie was zu feiern haben, oder? Dann der Wein bzw. Champagner.

Wieder die Litanei, leider nicht mehr da, und fast hätten wir die Äußerung „passt gar nicht“ überhört. Doch tapfer, wie routinierte Restaurant­kenner sind, bestehen wir auf unserer Wahl. Endlich sind wir mit dem Eingangsritual fertig, haben die von uns gewünschten Getränke auf den Tisch und irgendwann kommt die Pasta mit Trüffeln. Leider nicht die Extra-Portion Trüffel. Warum? Na, weil es nicht passt, so nicht schmeckt und eine Extra-Portion unangemessen ist, laut Kellner. Resigniert nehmen wir es hin. Wir waren in Feierlaune und nicht auf Konfronta­tion mit einem Kellner aus. Aber noch einmal werden wir uns nicht als Laiendarsteller in dem Schauspiel des folg­samen Gastes engagieren lassen.

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