Essen & Trinken

Dicke Wirtin

Berlin ist ja wohl die einzige Stadt auf der Welt, die sich mit zwei gleich­wertigen Stadtzentren schmücken kann. Gut 24 Jahre nach der Wende leben City West und City Ost friedlich ­nebeneinander, kabbeln sich höchstens mal verbal, wer denn nun die Nase vorn hat. Der Savignyplatz muss da nicht mitmachen, er steht bei fast allen Touristen auf dem Plan, wenn sie Berlin besuchen. Zahlreiche Restaurants, Kneipen und Bars haben sich im weiteren Umkreis niedergelassen oder behaupten sich seit ewigen Zeiten am Ort. Einer der unangefochtenen Platzhirsche ist zweifellos die Dicke ­Wirtin in der Carmerstraße 9, ein uriges Alt-Berliner Lokal, das es hier schon seit mehr als 80 Jahren gibt, bis unter die Decke vollgestopft mit zusammen­gesammelten Dingen.

Anna Stanscheck, der korpulenten Wirtin, die die Kneipe einst eröffnet hat, sagte man nicht nur ein Gespür fürs Geschäft, sondern auch ein Herz für arme Studenten und Künstler nach. Und womit bekommt man hungrige Mäuler schnell satt? Mit einem guten Eintopf. Die stehen natürlich auch heute noch auf der Karte, allerdings in der kleineren Version, damit noch genügend Platz für die anderen Gerichte bleibt. Berliner Klassiker wie Sülze mit Remoulade und Bratkartoffeln etwa (8,60 Ђ), Königsberger Klopse und Rote Bete (9,80 Ђ) oder Kasslersteak „Mark Brandenburg“, das hier mit Zwiebeln, Sauerrahm und Bratkartoffeln auf den Tisch kommt (11,80 Ђ). Als Konzession an die neuen Zeiten stehen vegetarische Gerichte auf der Karte und natürlich gibt es auch ein Mittagsangebot, Senfeier in Senfsoße mit Petersilienkartoffeln beispielsweise oder Rindergulasch mit ­Rotkohl und Klößen. Aber Achtung: Die Portionen haben es in sich.

Dicke Wirtin Carmerstraße 9, Charlottenburg
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