Essen & Trinken

Die Anatomie einer Bar: Chez Bizet

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Der traditionelle Schlehenlikör stammt aus der spanischen Region Navarra. Seinen Ursprung hat der navarresische Nationallikör auf den Bauernhöfen der Region. Er wird ausschließlich aus blau-schwarzen Schlehen, auch Schlehdorn genannt, hergestellt. Sein Alkoholgehalt liegt zwischen 25 und 30 Prozent. Getrunken wird er meist als Digestif, am bes­ten bei einer Temperatur von drei bis sieben Grad, denn dem Likör wird eine wohltuende Wirkung auf Magen und Nervensystem nachgesagt, und er soll sogar vorbeugend gegen Herzinfarkt wirken.

2 Leonard Cohen
Auch erfolgreiche Künstler holt ab und an die traurige Realität ein. Während der kanadische Schriftsteller und Komponist in einem buddhistischen Kloster dem Zen nachjagte, leerte seine ehemalige Managerin Kelley Lynch seine Konten. Insgesamt acht Millionen Dollar raubte sie dem Sänger und brachte ihn so um seine gesamten Alterseinlagen. Glück für die Fans – Cohen ging 2008, von der Pleite bedroht, nach über 15 Jahren Bühnenabstinenz wieder auf Tour­nee und wird am 2. Juli schon zum zweiten Mal in Berlin spielen.

3 Panamahut

Ein Hut aus Guatemala. Oliver Schulz liebt das Reisen und verbringt im Jahr zwei bis drei Monate in Mittel- und Südamerika. Original Panamahüte werden allerdings seit dem 17. Jahrhundert ausschließlich in Ecuador aus dem Stroh der Toquilla-Pflanze gefertigt. Die Entstehung des Namens ist demgegenüber nicht hinreichend geklärt. Eine Theorie besagt, dass die Kopfbedeckungen früher nur über Panama ausgeführt wurden. Arbeiter haben vermutlich nach der Fertigstellung des dortigen Kanals einige Exemplare nach Europa mitgebracht.

4 Chez Bizet
Wie in jeder Bar, die etwas auf sich hält, gibt es auch in der Bizetstraße eine Eigenkreation. Der Chez Bizet ist ein cremiger und zugleich fruchtiger Cocktail mit reichlich Rum, Wodka, Maracuja-, Mango- und Ananassaft, Cocoscreme und einem Schuss Sahne.

5 Sorbet-Eisbecher
In dem von den Gebrüdern Grimm begonnenen Wörterbuch, bekannt als „Das Deutsche Wörterbuch“ – erstmals 1960 veröffentlicht – wird Sorbet noch als „süszes kühlendes getränk nach türkischer und persischer art“ definiert. So erklärt sich auch die Herkunft des Namens: Das arabische Wort sharbat (Trank) wurde etwa im 16. Jahrhundert auf dem Weg über die Türkei zu sherbet umgeformt, und dann in anderen europäischen Sprachen wie Italienisch (sor­betto) oder Französisch (sorbet) übernommen. Als halbgefrorenes Dessert, wie hier appetitlich mit Vanille-Eis angerichtet, wurde es erst Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt.    

Recherche und Text: Martin Daßinnies

Foto: Harry Schnittger

Chez Bizet Bizetstraße 119, Weißensee, Tel. 81 82 78 74, Tram M4, tgl. ab 10 Uhr

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