Essen & Trinken

Die Anatomie einer Bar: JägerKlause

Jaegerklause1 Signalgeber
Wer die so genannte Saalrundenglocke betätigt, muss allen Leuten, die am Tresen sitzen einen Drink spendieren. Neulinge finden so schnellstens Anschluss. Am häufigsten erklingt sie am Donnerstag. An diesem Wochentag werden ab acht unter dem Motto „Opfertresen“ so genannte Hartz­4-Hits gespielt und etwas früher als woanders das Wochenende eingebimmelt.

2 Tonabnehmer
Das Instrumentenmikrofon „Shure Beta 52A“ gehört zur hochwertigen Grundausstattung bei Live-Konzerten auf der geräumigen Bühne. Mindestens zweimal im Monat kommt das gute Stück zum Einsatz und nimmt dann tieffrequente Instrumente, meistens die Bassdrum, ab. Die Supernierencharakteristik gewährleistet hohe Rückkopplungsfestigkeit, maximale Isolierung der Schallquelle und verringert Nebengeräusche wirkungsvoll. Parameter, die nicht nur dem Publikum gefallen, sondern auch den hohen Anspruch der Barbetreiber an Sound und Equipment wiederspiegeln.

3 Grünes Gold
„Pfeffi“ ist Kult und wird vor allem am Opfertresen-Donnerstag getrunken. An diesem Tag gibt es ihn nämlich zu jedem Getränk dazu. Das „grüne Gold“, wie es von Fans liebevoll genannt wird, muss für die JägerKläuse auch die richtige Marke haben, nämlich „Goldene Aue“. Der Goldene Aue Pfefferminz Likör wird von der Nordbrand Nordhausen GmbH, dem bedeutendsten Spirituosenproduzenten Thüringens, geliefert. Der leuchtend grüne Gewürzlikör wird unter Verwendung natürlicher Essenzen bzw. ätherischer Öle aus der heimischen Pfefferminzpflanze Mentha x piperita hergestellt. Er zeichnet sich durch seinen kräftigen, mentholartig-frischen Charakter aus.

4 Bezirkshommage
Die Fusion aus dem alten Ostberliner Wappen für Friedrichshain und dem JägerKlause-Logo hat Tino, nebenbei auch Web-Designer, als Hommage an seinen Bezirk kreiert. Beide Barchefs haben eine lange Geschichte im Friedrichshain. Tino wurde dort geboren und feierte schon seine Jugendweihe in der JägerKlause, die damals noch ein Vorzeigerestaurant der staatlichen Handelorganisation HO war, das auf Wildgerichte spezialisiert war und wo zu DDR–Zeiten gern Arbeitskollektive ausgiebig tafelten.

5 Tourtrophäe
Das T-Shirt stammt vom letzten also 16. Halloween Alleycat Bärlin. Alleycats sind Schnitzeljagden für Fahrradkuriere, bei denen so genannte „Checkpoints “ angefahren werden und Fragen beantwortet werden müssen. Der schnellste Schlauberger gewinnt. Arne, Mitarbeiter und ehemals Fahrradkurier, organisiert die Rennen und kürt am Ende auch auf einer großen Halloween-Disko in der JägerKlause die Gewinner. Im letzten Jahr kämpften über 160 Starter unter anderem aus New York und Dublin um die Preise.

Recherche und Text: Susan Schiedlofsky

JägerKlause

Grünberger Straße 1, Friedrichshain,
Tel. 0176 22 28 68 92,
www.jaegerklause-berlin.de,
tgl. ab 18 Uhr, bei Bundesligaspielen
vor Spielbeginn, ab 1. Mai tgl. ab 15 Uhr, für Veranstaltungen mietbar

 

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