Essen & Trinken

Die besten Pizzen Berlins : Platz 8 bis 14

Sfizy_Veg_Verdura_c_hipiPlatz 8: Verdure

„Ist bei euch wirklich alles komplett vegan?“, fragt ein Mädchen am Tresen ungläubig. Denn die Speisekarte im Sfizy Veg liest sich wie jede andere: Thunfisch, Salami, Schinken und Käse werden auf den Teigfladen verteilt. Alle Produkte kommen vollständig ohne tierische Bestandteile aus. Wer nicht auf Fleisch-Ersatz steht, wählt etwa die Pizza Ligure mit Pesto, frischen Tomaten und Pinienkernen oder die Verdure mit frischem gegrilltem Gemüse. Das Restaurant am Neuköllner Hertzbergplatz schließt mit seiner Auswahl von über 100 veganen Pizzen eine gastronomische Lücke. Abends an einem Sommersonntag sitzen die Wartenden schon mal bis auf die Bordsteinkante vor dem Laden, bis ihre Nummer aufgerufen wird. Text: Lene Bayerlein

Durchmesser: Übertellergroß.
Qualität des Bodens: Dünn, knusprig und dem perfekten Bräunungsgrad.
Qualität des Belages: Frisches Gemüse, würzige Tomatensauce und Käse der Schmeckt nicht  wie „echter“ Käse, ist aber nahe dran.
Aus welchem Ofen? Klassischer Steinofen.
Wie kann man sie essen? Mit einem scharfen Messer lässt sich das Ding gut handhaben.
Fazit: Eine gute Alternative für alle, die auf tierische Produkte verzichten möchten.

Sfizy Veg Treptower Straße 95, Neukölln, Tel. 0151-26 96 68 39, www.sfizyveg.de, Mi-Fr 17-23 Uhr, Sa+So 12-23 Uhr, Küche jeweils bis 22.30 Uhr, Pizza 5 bis 7,50 €


gorgonzola_bresaola_e_rucola_c_hipPlatz 9: Bresaola e Rucola

Es fühlt sich an, als würde man ein altes Kellergemäuer betreten. Farben: Fehlanzeige. Schnickschnack: auf gar keinen Fall. Licht: in Maßen. Weil schönes Wetter ist, interessiert das aber keinen. Alle sitzen draußen – die, die gesehen werden wollen, auf den wenigen Plätzen vor dem Restaurant, alle anderen im grünen Hofgarten, der mit Weinranken an den Wänden und einem kleinen Brunnen ein wenig mediterran anmutet. Den Rest macht die Pizza – Bresaola e Rucola klingt schon beim Bestellen gut, gehört aber mit neun Euro zu den teureren im Sortiment. Bei diesem Belag vollkommen verständlich – Tomate, Mozzarella, Rucola, Rinderschinken und kalt gepresstes Olivenöl. Text: Isabel Herwig

Durchmesser: Klein oder groß bestellbar, wobei die große Variante etwa 26 Zentimeter Durchmesser hat.
Qualität des Bodens: Knuspriger Rand, aber leider etwas weicher Boden.
Qualität des Belages: Man sieht vor lauter Belag die Pizza nicht, dazu noch sehr frisch.
Aus welchem Ofen? Steinofen.
Wie kann man sie essen: In die Hand nehmen, kann man vergessen, der Rucola fällt ständig runter. Dafür gibt es aber Messer, mit denen man nicht nur Pizza sehr gut schneiden kann, sondern wahrscheinlich auch Tische und Stühle.
Fazit: Freunde einsacken und Pizza essen, bevor man sich gemeinsam ins Berliner Nachtleben stürzt. Preis-Leistung stimmt
vollkommen: großzügig belegt, geschmacklich sehr gut. Deshalb ist der Laden auch ständig voll, nicht vergessen zu reservieren.

Gorgonzola Club Dresdner Straße 121, Kreuzberg, Tel. 615 64 73, www.gorgonzolaclub.de, tgl. ab 18 Uhr, Küche So-Do bis 24 Uhr, Fr+Sa bis 2 Uhr, Pizza 3,50 bis 9 €


Pizzaklub_c_hipiPlatz 10: Napoli

Die Pizza wird auf einem Holzbrett serviert, dazu reicht der vollbärtige junge Kellner einen kleinen Korb mit einem Rollmesser und Servietten. Im Pizzaklub geht’s leger zu, hinten hängen Poster von Rocklegenden, ansonsten ist das Lokal eher schlicht. Gabeln gibt es nicht oder nur auf Wunsch, was nicht schlimm ist, denn im Mutterland der Pizza fällt der belegte Teigfladen ohnehin in die Rubrik Fingerfood. Also mutig zugreifen, was besonders gut funktioniert, wenn die Pizza so sparsam belegt ist wie die Napoli. Nur Kapern und Sardellen sind drauf und sorgen für säuerlich-salzige Akzente, die bestens mit der durch Mozarella-Zugabe mild gestimmten Tomatensauce harmonieren. Bei den Pizzen mit den üppigen Belägen fällt es allerdings um einiges schwerer, sie ohne Gabel zu bewältigen – wer stopft sich schon gern Rucola und Schinken mit den Fingern in den Mund? Manche Gäste benutzen dazu das Rollmesser. Das sieht gefährlich aus, aber verletzen kann man sich mit den Rollmessern kaum, denn die Klingen haben schon viele Teigfladen zerteilt, und das merkt man. Text: Oliver Burgard

Durchmesser: Sehr groß! ca. 34-35 Zentimeter.
Qualität des Bodens: Dünn, knusprig, einwandfrei.
Qualität des Belages: Die Kapern und Sardellen auf der Napoli sind ok, die anderen Pizzen sehen auch gut aus. Ziemlich üppig belegt.
Aus welchem Ofen? Der Pizzabäcker schuftet vorn am Tresen, dort steht der Steinofen.
Wie kann man sie essen? Erst mit dem Rollmesser die Pizza achteln, dann die einzelnen Stücke zusammenklappen
Fazit: Gut und günstig, kein Chichi. Der Laden brummt und das ist kein Wunder.

Pizzaklub Katzlerstraße 10, Schöneberg, Tel. 23 63 94 00, www.pizzaklub.de, Mo-Sa ab 17 Uhr, So ab 15 Uhr, Küche bis 23 Uhr, Pizza 5,50 bis 10 €


Pizza_Nostra_c_hipiPlatz 11: Crudo rucola e parmigiano

Man läuft an diesem kleinen Laden fast immer vorbei, obwohl er zentral an der Ecke von Danziger und Lychener Straße liegt. Der Blick durch die großen Fensterscheiben zeigt einen schmalen Raum, darin ein paar einfache Tische und Bänke. Spartanisch und unscheinbar. Ins Auge fällt dagegen der Tresen direkt am Fenster, eigentlich die offene Küche, in der Guiseppe Giugliano meist kräftig an seinem Teig knetet. Guiseppe kennt im Kiez eigentlich jeder. Das ist ungewöhnlich, denn im Touristenviertel rund um die Danziger Straße ist es meist egal, ob man den Gastwirt und seine Küche kennt oder nicht. Die Pizza Crudo mit Parmaschinken, Rucola und Parmesan  ist nicht nur in Konsistenz und Geschmack, sondern – und das ist nicht minder relevant – im Verhältnis von Teig und Belag ein ästhetisches Moment. Text: Martin Daßinnies

Durchmesser: 35 Zentimeter sind bei der hausgemachten Pizza garantiert. 40 sind möglich, für eine Person nicht zu schaffen.
Qualität des Bodens: Der Teig ist für eine italienische Pizza genau richtig, nicht mehr als einen halben Zentimeter dick, knusprig und knistert sanft auf der Zunge und das noch nach einer Viertelstunde.
Qualität des Belages: Der Teig kommt aus dem Ofen, erst dann kommt frischer Rucola, würziger Parmesan und der von Hand geschnittene Parmaschinken oben drauf, so behalten alle Zutaten ihre Konsistenz.
Aus welchem Ofen? Ein gängiger Backofen, wie er in der Gastronomie üblich ist – kein Hingucker, aber effektiv.
Wie kann man sie essen? Die Pizza wird geachtelt an den Tisch gebracht und lässt sich dank des hervorragenden Teigs sehr gut mit den Händen essen: kein Matsch, kein glitschiger Käse.
Fazit: Spartanisches Mobiliar und eine übersichtliche Karte – mehr braucht es hier nicht. Die Pizza ist das Highlight des Ladens.
Da lohnt sich das Warten, denn in Stoßzeiten sind die wenigen Plätze meist vergeben.

Pizza Nostra Lychener Straße 2-4, Prenzlauer Berg, Tel. 41 71 70 00, www.pizza-nostra.de, Di-Sa 12-24 Uhr, So 13-24 Uhr, Pizza 7 bis 9,50 €


/trattoria_del_Corso_c_hipiPlatz 12: Salmonata

Glück muss man haben: ohne Reservierung noch einen Tisch draußen im Garten? Es klappt und schon stehen die aufmerksamen Kellner parat, um mit italienischem Tempo und mit italienischem Wortreichtum die Bestellung aufzunehmen und zügig an den Tisch bringen. Die beiden Chefs, Franco Azara und Salvatore Seraldi, wollen einer großen Gästeschar mit unterschiedlichen Ansprüchen gute italienische Küche servieren. „Das ist kein Ort für ein Tкte-а-tкte“, erklärt Inhaber Franco Azara. Also jonglieren die Kellner professionell zwischen den vollbesetzten Tischen die Speisen und Getränke hindurch – und haben dabei immer einen Blick auf die Gästeschar und deren Wünsche. Eine verbindliche Atmosphäre, die vor allen Dingen auch Familien anspricht. Text: Elisabeth Schmitt

Durchmessser: 40 Zentimeter.
Qualität des Bodens: Schön dünn und knusprig.
Qualität des Belages: Gut belegt, insgesamt stimmig und mit Biss.
Aus welchem Ofen? Steinofen.
Fazit: Italienische Atmosphäre. Für Freunde und Familien ist diese Adresse ideal – die große Auswahl lässt kaum einen Wunsch offen. Auch hier bestätigt sich das Vorurteil, dass Italiener mit Kindern als Gästen gut umgehen können.

Trattoria del Corso Hauptstraße 70, Friedenau, Tel. 85 40 14 59, www.trattoria-del-corso.de, tgl. 12-24 Uhr, Pizza 5,10 bis 8,50 €


zwoelf_apostel_c_hipiPlatz 13: Andreas und Judas

Die 12 Apostel am Savignyplatz sind eine Institution und entsprechend gefragt. In mediterran anmutender Umgebung mit opulenter Wandmalerei und Salsa-Klängen brummt das Pizza-Geschäft – die Gästeschar setzt sich aus Einheimischen und vor allem Touristen zusammen. Für den Besucher bringt dies nicht nur Vorteile. Der Service fertigt in kurzer Zeit sehr viele Gäste ab und macht dabei viel Wirbel, der beim Essen eher stört. Schnell stehen die großen Pizzen, benannt nach den Aposteln und ausreichend belegt, auf dem Tisch. So überzeugt Andreas durch gut aufeinander abgestimmte Zutaten aber Judas schwächelt: Die pikante Salami schmeckt in ihrer Umgebung aus Paprika und scharfer Peperoni eher fad und fettig. Dem Geschäft wird der mittelmäßige Eindruck keinen Abbruch tun, denn am Savignyplatz reißt der Strom an Laufkundschaft nie ab. Text: Monique Meyer 

Durchmesser: Die Pizzen haben einen Durchmesser von ca. 35 Zentimeter.
Qualität des Bodens: Mitteldünn und eher zäh als knusprig.
Qualität des Belages: Einerseits stimmig, anderseits fad.
Aus welchem Ofen? Steinofen.
Wie kann man sie essen? Schneiden lassen und mit der Hand essen.
Fazit: Große Pizzen in einer Umgebung, in dem man sich gleich wie ein Tourist fühlt.

Zwölf Apostel Bleibtreustraße 49, Charlottenburg, Tel. 312 14 33, www.12-apostel.de, tgl. 8-1 Uhr, Küche bis 24 Uhr, Pizza 8,90 bis 13,30 €, Lunch-Angebot: alle Pizzen 6,95 €


pirate_pizza_c_hipiPlatz 14: Captain Silver

Es ist ein Erlebnis der besonderen Art. Die Einrichtung im Piratenstyle erinnert erst mal wenig an eine Pizzeria. Doch ist diese
Adresse für Liebhaber exotischer Variationen geeignet. Ob drinnen oder draußen, der Laden bietet gemütliche Sitzplätze, eine ausgefallene Inneneinrichtung und zieht vor allem auch der langen Öffnungszeiten wegen, vorwiegend jüngeres Publikum und andere Gastronomen an. Die Auswahl an Kombinationen und 39 verschiedenen Belägen im Pirate Pizza ist überragend, fast verwirrend beim ersten Besuch. Die Variante Captain Silver im American Style ist eine der „Pirate Pizza Legends“ aus der Karte. Text: Juliane Jeschke

Durchmesser: Es gibt vier Größen, zwischen 26 und 60 Zentimeter
Qualität des Bodens: Knusprig dünner, italienischer oder luftig fülliger amerikanischer Pizzaboden.
Qualität des Belages: Sehr üppig.
Wie kann man sie essen? Mit Messer und Gabel.
Fazit: Pirate Pizza ist eine Empfehlung für einen Abend in großer Gesellschaft – vor allem für chronische Extrawunschgäste sehr gut geeignet.

Pirate Pizza Olivaer Platz 16, Charlottenburg, Tel. 50 59 52 74, www.pirate-pizza.de, tgl. ab 12 Uhr, Pizza 6,50 bis 36 €


Fotos: Kerstin Anders, Lema Ganssmann, Esther Suave / HiPi

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