Essen & Trinken

Die Wurst bleibt

CurrywurstWas für ein Wirbel um Konnopkes Currywurst! Huch halt, da herrscht ja trotz jahrelanger Berliner Tradition grammatikalisch die englische Regelung des Genitivs, es heißt ja „Konnopke’s Imbiß“. Jedenfalls zeigt sich hier mal wieder, was Berliner Eigensinn alles bewegen, sorry, bewahren kann. Denn Konnopke soll da bleiben, wo er schon immer war: auf dem Mittelstreifen in der Schönhauser Allee. Da sei Inhaberin Waltraud Ziervogel vor.Das Bezirksamt hat da nichts zu melden und der zuständige Stadtrat auch schon lange nichts mehr zu lachen. Auch im Urlaub nicht, denn bis dorthin reicht der kämpferische Geist der honorigen Dame Ziervogel. Und es wird wahrscheinlich eine ewige Legende bleiben, der unerschütterliche Widerstand der Waltraud Ziervogel, mal schnell ein Gedenk-Graffiti an die Wand, denn für diese Kämpferin in Sachen Wurst gilt auch bei Graffitis nicht die normale Strafgesetzmäßigkeit. Bei dieser Currywurst ist sowieso nichts mehr normal. Es muss beim Verzehr dieser doch etwas labbrigen Angelegenheit mit einer unspektakulären Currysauce einem Kreis von Insidern ein Licht aufgehen oder es muss einfach etwas ganz Besonderes in ihnen vorgehen. Eigentlich gilt es schon als Verbrechen zu erklären, dass diese Variante der Berliner Spezialität nicht allen schmeckt. Objektiv betrachtet gibt es in Berlin sehr viel raffiniertere und zeitgemäße Varianten. Aber wahrscheinlich ist es der ungebrochene Kampfeswille Berlins, der hier stückchenweise goutiert wird.

Foto: Harald Wanetschka (Pixelio.de)

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