Essen & Trinken

"Digital isst besser" von Clemens Niedenthal

"Digital isst besser" von Clemens Niedenthal

"Bis auf Weiteres kommt ein Schnitzel noch nicht aus dem 3D-Drucker." So habe ich es in der tip-Speisekarte geschrieben. Und unter anderem so begründet, warum unsere Popkultur eine kulinarische geworden ist. Während die Musik in der Beliebigkeit der kostenlosen Online-Streams verschwindet, wird der Restaurantbesuch zum neuen Ort der Distinktion. Zeige mir, was Du isst und ich sage Dir, wer Du bist.
So weit, so wahr. Nur fand in der vergangenen Woche in einem dieser etwas zu schicken Startup-Lofts in Mitte die food(hacks) statt, ein Programmierertreffen für all jene, die sich ums Essen kümmern: um Apps und Tools für die Lebensmittelbranche. Womit wir wieder beim Schnitzel wären, das, wenn schon nicht ausgedruckt, so doch längst mit einem Klick bestellt werden kann. Berlin ist gegenwärtig ja Großkampfgebiet der App-basierten Bringdienste. Was die food(hacks) deutlich gemacht hat: Wir essen längst digital. Wenn etwa ein Landwirt aus dem Umland künftig ohne Reibungsverluste mit den Konsumenten in der Stadt zusammengebracht werden soll, geht das nur übers Netz. Was die food(hacks) aber auch gezeigt hat: kulinarisch oder politisch interessiert sind die wenigsten der im Markt ausprobierten Konzepte.  Wenn aber die Zukunft unserer Ernährung tatsächlich eine andere werden soll, ist es an der Zeit, auch das virtuelle Feld gemeinschaftlich und nachhaltig zu bestellen. Niemand braucht noch eine weitere Bringdienst-App.

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