Essen & Trinken

Doch ein Dessert

mourFou_SchwarzwDer Beruf des Food-Journalisten oder Gastrokritikers ist kein reines Zuckerschlecken. Da kann es schon mal passieren, dass man drei Mal die Woche essen gehen muss, also unterschied­liche Restaurants testen und sich nebenbei alles akribisch merken sollte, was man in mehreren Gängen pro Abend zu sich genommen hat. Letztens zeigte ein stadtbekannter Kollege erste Ausfallerscheinungen. Nach einem Drei-Gänge-Menü behauptete er mit Inbrunst und der größten Überzeugung, dass er an diesem Abend niemals und auf gar keinen Fall ein Dessert zu sich genommen hätte. Er ist ein Fan von Süßem, das nur mal am Rande bemerkt. Detailliert wie ein Kriminalist beschrieb er die Situation, wie der Kellner den abschließenden Kaffee serviert hätte, aber ein Dessert? Auf gar keinen Fall. Es hat dann sehr viel Überzeugungs­arbeit gekostet, und schließlich musste er zugeben, dass er doch das Dessert hatte. Aber wie es geschmeckt hat, daran konnte er sich trotz aller Be­mühungen nicht mehr erinnern. Na ja! Er musste auch nicht die Kritik schreiben. Das hat dann die Begleitung übernommen – mit Rücksicht auf seinen neurologischen Zustand.

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