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Interview

Food Tech Campus in Moabit: So fördert Edeka Berliner Start-ups

Der Edeka Food Tech Campus, beheimatet in Moabit, wird am Abschlusswochenende des tipBerlin Food Festivals im Clärchens einige seiner aktuellen Highlights vorstellen. Wir haben mit Jan Lingenbrinck, dem Tech-Scout von
Edeka Digital gesprochen, um mehr zu erfahren.

Jan Lingenbrinck ist Tech Scout von Edeka Digital. Er berät Food- und Tech-Gründer auf ihrem Weg von der Produktentwicklung bis zur Positionierung im Einzelhandel Foto: Jenna Dallwitz

„Unsere Zielgruppe sind Food- und Tech-Gründer“

tipBerlin Herr Lingenbrinck, was ist der Edeka Food Tech Campus?

Jan Lingenbrinck Der 2018 gegründete Edeka Food Tech Campus ist Hotspot, Zuhause und Startrampe für Start-ups und Gründer der Lebensmittelbranche. Neben zeitlich flexiblen Arbeitsplätzen in unserem Co-Working-Space bieten ein Küchenstudio und eine Eventfläche Raum zum Entwickeln, Probieren sowie den direkten Kontakt zum Kunden. Mehr als 200 Mitglieder nutzen darüber hinaus die übrige Fläche mit flexiblen Schreibtischen, Besprechungsräumen und Veranstaltungsbereichen.

tipBerlin Kann sich jede:r an Sie wenden oder haben Sie ein Aufnahmeverfahren?

Jan Lingenbrinck Unsere Zielgruppe sind Food- und Tech-Gründer, die Produkte oder Dienstleistungen mit einem direkten Nutzen für unseren Einzelhandel entwickeln. Die meisten dieser Gründer sind dabei bereits Experten, wenn es um ihr kreatives Produkt, ihre Marke oder ihre Zielgruppe geht. Wir begleiten sie bei den weniger erfreulichen Dingen wie Zertifizierungen für Lebensmittelsicherheit, Deklarationspflichten und rechtlichen Fragen.

tipBerlin Können Sie Start-ups nennen, denen Sie bisher geholfen haben?

Jan Lingenbrinck Ich würde gern zwei unterschiedliche Beispiele geben. Das Unternehmen 005, das ein Bio-Seltzer herstellt, hat wirklich alles von Null an entwickelt. Die beiden Gründer waren auf dem Campus für verschiedene Start-ups tätig und haben sich über die Community kennengelernt. Sie nutzten unser Expertennetzwerk, entwickelten einen Prototyp ihres Produkts und starteten vor kurzem mit einigen lokalen Einzelhändlern hier in Berlin. Auch das fleischalternative Unternehmen Planted ist eines der Mitglieder, das bereits ein größeres, gut finanziertes Start-up war, als es zum Campus kam. Planted kommt aus der Schweiz und produziert großartige Fleischalternativen, wie veganes Pulled Pork Barbecue und arbeitet auf Erbsenbasis und mit sehr wenigen Zutaten. Sie nutzten den Campus nun als ersten Standort, um ihr deutsches Team einzustellen und ihre Produkteinführung in Deutschland zu koordinieren.

tipBerlin Was erwartet uns auf dem Tip Berlin Food Festival?

Jan Lingenbrinck Es sind neun Gründer mit spannenden Produkten vor Ort, von denen einige auf dem Campus entwickelt wurden.

Die Zielgruppe des Edeka Food Tech Campus sind Food- und Tech-Gründer:innen. Foto: Jenna Dallwitz

tipBerlin Was sind die aktuellen Themen in der Lebensmittelinnovation?

Jan Lingenbrinck Die Themen, die auf dem Campus verhandelt werden, spiegeln die globalen Lebensmitteltrends wieder. So fällt kaum ein Produkt ein, das nicht biologisch ist. Nachhaltigkeit, transparente Lieferketten und Bio-Zutaten sind für die meisten Gründer eine Grundvoraussetzung.

tipBerlin Auch eine neue alkoholfreie Trinkkultur ist definitiv ein Trend, der mehr und mehr nachgefragt wird, oder?

Jan Lingenbrinck Ja, und das ist auch eine technologische Frage. Es ist kompliziert, schmackhafte alkoholfreie Spirituosen in großem Maßstab zu produzieren. Aber jetzt gibt es Gründer, die von technischen Universitäten kommen und nun ihr Know-How sozusagen schmackhaft machen.

tipBerlin Würden Sie sagen, dass solche Megatrends alle für den deutschen Markt geeignet sind?

Jan Lingenbrinck Ja und Nein. Nur weil etwas in den USA funktioniert, heißt das nicht zwangsläufig, dass es sich in Deutschland gut verkaufen lässt. Ein Thema  wie „Hard Seltzer“ ist noch ganz frisch, während Milch- und Fleischalternativen bereits etablierte Kategorien sind.

tipBerlin Was ist mit der Berliner Blase – Dinge, die hier funktionieren, aber woanders nicht?

Jan Lingenbrinck Nun, viele  Kunden leben vielleicht nicht in urbanen Ballungsräumen wie Berlin. Aber viele Produkte, die in Großstädten funktionieren, funktionieren auch in ländlichen Gebieten erstaunlich gut. Man sollte nie die Neugierde des Durchschnittskunden unterschätzen!


Der EDEKA Food Tech Campus auf dem tipBerlin Food Festival:

Zehn innovative Berliner Food-Start-ups (siehe auch S. 34), allesamt gefördert von Edeka, präsentieren sich am 9.+10.10., von 14–19 Uhr in Clärchens Ballhaus, Auguststraße 24/25 in Mitte, der Eintritt ist frei.


Mehr Berliner Genusskultur

Hungig auf mehr? Hier findet ihr alle Infos zum tipBerlin Food Festival 2021: Dinners, Talks und der Foodmarket im Clärchens. In einer ehemaligen Berliner Bremsenfabrik produzieren zwei Unternehmen echte Berliner Trunkkultur vonSpirituosen bis Kombucha. Bei dem Wort Trinkkultur bekommt ihr Lust auf ein Gläschen in Ehren? In diesen 12 Alt-Berliner Kneipen pichelt Berlin seit mehr als 100 Jahren.

Noch mehr Empfehlungen aus der Berliner Gastro-Welt gibt es in der Rubrik Essen & Trinken. Keine Ahung, wie ihr euch bei der riesigen Auswahl entscheiden sollt? Mit der Berlin Food App von tipBerlin findet ihr immer das passende Restaurant.

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