Essen & Trinken

Eigenes Süppchen kochen im „Emely“

emely_hipiWahrscheinlich ist es eine rein psychologische Sache – schnell zugreifen, sonst sind sie vorbei gefahren, die Garnelen und Wan Tans. Das Emely jedenfalls ist eines dieser Restaurants mit Förderband, das man sonst aus Sushi-Bars kennt. Hier dreht aber kein roher Fisch seine Runden, sondern dünne Rindfleischscheiben, Muscheln, Wasserspinat, Tofu oder Nudeln. Die Lebensmittel sind Zutaten für den Feuertopf, ebenfalls eine ostasiatische Spezialität, vergleichbar mit dem Fondue hierzulande. Eigentlich eine gesellige Angelegenheit, bei der nur ein großer Topf mit heißer Brühe auf dem Tisch steht, umringt von zahllosen Lebensmitteln, die darin gegart werden. Im Emely hat man sich den deutschen Dein-Teller-Mein-Teller-Essgewohnheit angepasst und auf den Single-Feuertopf spezialisiert. In die schmalen Bartische sind Löcher eingelassen, in die kleine Ein-Personen-Kessel mit der Brühe versenkt werden. Vier verschiedene Geschmacksrichtungen gibt es, Curry zum Beispiel oder Thailändisch-süß-sauer. Die frischen und sehr vielseitigen Zutaten kommen von der Schiene und werden wahlweise kurz darin geschwenkt oder länger gegart. Als Hilfsmittel stehen, wie beim großen Feuertopf, Stäbchen, Kelle, Löffel und ein kleines Sieb zur Verfügung.

Das Ganze funktioniert nach dem Baukasten-Prinzip. Der Topf Brühe kostet zwei Euro, die Zutaten, je nach Tellerfarbe, zwischen 70 Cent und 2,50 Euro. Vegetarier sind wohl bei etwa zehn Euro satt. Für Fisch- und Fleischliebhaber könnte es schnell teurer werden. Neben Feuertopf stehen auf der Karte die üblichen Verdächtigen: Sushi, Frühlingsrollen, ein paar Suppen. Das typische Asia-Allerlei, ohne Kontur und offenbar eher für den Außerhaus-Verkauf bestimmt. Wer herkommt, der bestellt in der Regel den Feuertopf. Und der ist dann doch geselliger als gedacht: Ob beim heimlichen Herausfischen der Zutaten aus dem Nachbartopf oder beim Jagen der letzten Wan Tan auf dem Band. Denn gerade bei größeren Gruppen ist das Angebot schnell leergefischt. Auf Nachfrage gibt es die Zutaten auch direkt aus der Küche, heißt es. Aber das wäre ja nur der halbe Spaß.    

Text: Antje Binder

Foto:Esther Suave/HiPi

tip-Bewertung: Empfehlenswert

Emely Kantstraße 50, Charlottenburg, Tel. 34 66 99 18, www.eat-emely.de; Mo-Do 12-24 Uhr, Fr+Sa 12-3 Uhr; Speisen 1,70 bis 6 Ђ, Softdrinks ab 1,70 Ђ, Bier (0,3 l) ab 2,80 Ђ, Wein (0,2 l) ab 3,90 Ђ, Fl. Wein (0,75 l) ab 17 Ђ

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