Essen & Trinken

„Ein Bild von einem Teller“ von Clemens Niedenthal


So malte Jacopo de’ Barbari 1504 ein frisch erlegtes Rebhuhn und Andy Warhol 1962 eine Tomatensuppendose. Mit der Erfindung eben dieser wurde  die Nahrung dann zum Sujet der Fotografie. Fett glänzend etwa die angeblitzte Currywurst-Pommes-Kombination auf der Fassade eines Imbisses in Reinickendorf. Besser könnte man die zu erwartenden Aromen kaum visualisieren. Eine geradezu vulgäre Aufnahme – womit wir beim eigentlichen Thema wären: Foodporn, also das wortwörtlich ordinäre, weil alltägliche Phänomen der fotografierten (und bei Facebook, Twitter, Instagram … geposteten) Mahlzeit. Darüber sei doch nun wirklich alles gesagt, mögen Sie erwidern. Nun, die Zeitschrift „Finanztest“ wollte offensichtlich auch am Boom des Kulinarischen partizipieren und hat deshalb der rechtlichen Dimension der virtuell geteilten Mahlzeit einen ganzen Artikel gewidmet. Ist der Koch nicht doch ein Künstler? Der sorgsam angerichtete Teller also ein Kunstwerk samt der zugehörigen Urheberrechte? Nun, eine wirkliche Antwort fand „Finanztest“ nicht. Dabei wäre die doch so einfach: Weniger fotografieren und sinnlicher genießen. Egal ob man nun im Recht ist – oder einfach nicht mehr im Bilde.

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