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Ein Tag mit Herrn Jules – für Diane Broeckhoven gehören Spiegelei und Pfannkuchen zu einer langjährigen Beziehung

Ein Tag mit Herrn JulesZwar sind die Gerichte, die in Diane Broeckhovens „Ein Tag mit Herrn Jules“ erwähnt werden ziemlich einfach. Dennoch dreht sich die Geschichte um das komplizierte Gefühlsgeflecht einer langjährigen Liebe, um das Zusammenleben eines alten Ehepaars.

Rituale und der schwere Abschied am Ende des Lebens sind Thema. Eines Morgens, als für die ältere Dame und langjährige Ehefrau Alice, noch der Tag so beginnt wie sonst auch – es duftet nach Kaffee, denn Jules hat wie immer das Frühstück gemacht – ist ihr Mann ganz einfach auf dem Sofa entschlafen. Während also Alice sich einen Tag lang von Jules verabschiedet, spielen Pfannkuchen eine große Rolle, auch über Mayonnaise denkt die trauernde Dame nach. Hauptsächlich beleuchtet die Autorin jedoch das seltene Glück einen Partner zu finden, im Laufe der Jahre Kompromisse in einer langjährigen Beziehung zu machen – und das ganz normale Ende jedes Menschen. Bewundernswert der leichte Ton der Autorin, mit dem sie das sonst eher schwere Stück Lebensgeschichte erzählt.

Noch eine Randbemerkung: Merkwürdigerweise glaubt auch Alice, das ein Spiegelei Wunder bewirkt. Das erinnert wieder an Mutter Beimer in der Lindenstraße. Die brät in Krisen auch immer Spiegelei. Und dazu muss man kein Koch und kein Psychologe sein.

Diane Broeckhoven „Ein Tag mit Herrn Jules“, rororo, 92 Seiten, 6,90 Euro

 

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