• Essen & Trinken
  • „Eine Dose ist eine Dose ist eine Dose“ von Clemens Niedenthal

Kommentar

„Eine Dose ist eine Dose ist eine Dose“ von Clemens Niedenthal

Ja, wenn das nur so einfach wäre: Wenn die kulinarische Unkultur an einem dünnwandigen Aluminiumzylinder festzumachen wäre, mit einer geradezu Mike Krügerschen Lasche dran

Clemens Niedenthal
Clemens Niedenthal

Kurz: Das Dosenbier ist wieder da. Und es gibt gute Gründe, Dosenbier zu trinken. Sagen zumindest jene, die sich dem Bier aus einer anderen Perspektive nähern. Aus der amerikanischen zum Beispiel.
In Mariendorf setzt in diesem Sinne also einer aufs Blech. Greg Kochs Stone Brewing Company füllt dort ihr Craft Beer ausschließlich in Fässer – und Dosen. Und auch die noch ganz frische Berliner Bierentdeckung Motel (ihr Bier heißt so, weil sie es als Gäste in wechselnden Brauereien brauen) will eher kurz- als mittelfristig zum Dosenbierbrauer werden. Weil, so Motel-Mitbegründer Peter Read, es Bier eben am liebsten dunkel mag. Und, ganz im Gegensatz zum Wein, auch luftdicht, was ein Kronkorken nur bedingt gewährleisten kann. Zudem sei der Lebenszyklus einer Pfandflasche endlich, jener von recyceltem Aluminium (theoretisch) nicht.
Praktisch ist sie hingegen auch die Dose. Sie ist leichter, was die Logistikkosten senkt. Geht es am Ende also vor allem darum, das globalisierte Bier noch ein paar Tropfen günstiger hinzubekommen. Motel aber braut lokal – und für die Dose. Vielleicht ist es also doch an der Zeit, die alten Feindbilder zu überdenken. Das waren meine 25 Cent zu diesem Thema – 25 Cent Dosenpfand.

Mehr über Cookies erfahren