Essen & Trinken

„Einfach gemacht“ von Clemens Niedenthal

Wo gehobelt wird, fallen Spätzle. So etwa beim Heißen Hobel, der charmanten badisch-französischen Kässpatzen-Liason beim Street Food Thursday in der Markthalle Neun. Wo gehobelt wird, fallen aber hin und wieder auch Späne. Und so ist es unter den Street-Food-Protagonisten dieser noch immer so Street-Food-hungrigen Stadt offensicht­lich nicht mehr selbstverständlich, seine Nudeln selbst zu hobeln. Tütenware – hier die Schupfnudeln, dort das Sauer­kraut – muss reichen. Am Village Market etwa, dem Street-Food-Markt auf dem RAW-Gelände in der Revaler Straße. Ich mag und muss keine Namen nennen. Wer will, wird die Fertigschupfnudeln ohnehin schmecken. Ich mag und muss aber über das Missverständnis reden, dass die Sache mit dem Street Food so einfach ist. Glut und Späne, Steckerl­fisch oder das Buns Mobile – es gibt da draußen in dieser Stadt ja andererseits genug Enthusiasten, die sich so kenntnisreich wie leidenschaftlich um das kleine kulinarische Format kümmern. Schließlich war genau das das Street-Food-Versprechen: Qualität und Originalität als buchstäblich kleinste gemeinsame Nenner. Spätestens die Veranstalter von Street-Food-Märkten sollten darum wissen. Und sich diesem Anspruch verpflichtet fühlen. Sonst tut’s auch wieder die Phosphat­bratwurst. Und Street Food wäre nur ein heißer Trend und keine vollmundige Offenbarung.

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