Essen & Trinken

Einkaufen ohne Stress

KommtEssenDie Konditionierung hat funktioniert. „Kommt essen“ hieß früher: Spielzeug fallen lassen und unverzüglich an den Esstisch gesetzt. Neuerdings bedeutet „KommtEssen“, dass der Lieferservice kommt. Nicht Pizza oder Chinapfanne, sondern zwei Tüten mit saisonalen und regionalen Lebensmitteln, ein Drittel davon bio. Einmal in der Woche wird angeliefert, der Inhalt reicht für fünf Mahlzeiten а vier Personen. „Bis auf Salz, Pfeffer, Brühe, Öl und andere Standards ist tatsächlich alles dabei“, sagt Sabine Falk. Die berufstätige Mutter von drei kleinen Kindern hat das Erfolgskonzept aus Schweden probiert. „KommtEssen““ wurde dort 2007 von der dreifachen Mutter Kicki Theander gegründet. Inzwischen lassen sich über 6000 Familien in Stockholm und Südschweden beliefern. Letztes Jahr brachte die in Hamburg lebende, schwedische Diplom-Umweltchemikerin Lisa Rentrop die Idee nach Norddeutschland und München, Mitte Februar folgte Berlin. Die fünf Gerichte sind originell, aber nicht überkandidelt, und wechseln wöchentlich, die Zutaten in der Regel eine Woche haltbar: Rosmarinhühnchen mit Apfelsalsa und Wurzelgemüse, Garnelenrisotto mit Wirsing und Rohkostsalat, Pilzcannelloni mit Karotten und Schalotten.

„Kein Küchenlatein, sondern richtig verständliche Rezepte“, beschreibt Sabine Falk die Anleitungen. Nur mit der halben Stunde Zubereitungszeit klappt es nicht ganz, 45 Minuten sind realistischer. Trotzdem spart die „KommtEssen“-Idee Zeit, und zwar Einkaufszeit. Das Konzept, einen gesunden Wochenspeiseplan für Familien und WGs aufzustellen, die Rezepte aufzuschreiben und die benötigten Produkte einzukaufen, ist vor allem interessant für Menschen, die auch sonst bewusst Geld für Lebensmittel ausgeben. Bis zu 3,90 Euro kostet eine Mahlzeit pro Person. Bei Kleinkindern wie in der Familie Falk – Vincent ist sechs Jahre alt, die Zwillinge Elias und Leonard sind zwei Jahre alt – rechnet sich das nicht jeden Tag. Dafür ist eine Geschmacksschulung inklusive. „Lammfrikadellen mit Sahnewirsing, Couscous und Preiselbeeren würde ich normalerweise nicht an einem Dienstag und sicherlich auch nicht als Gericht für Kinder zubereiten“, gesteht Sabine Falk. Dennoch, kaum waren die als „Hackfleischbällchen“ vorgesetzten Bratlinge auf dem Tisch, waren sie auch schon aufgegessen. Die Portionierung der „KommtEssen“-Mahlzeiten ist äußerst großzügig. Auch vier Erwachsene würden satt werden. Ein genauer auf die jeweiligen Familien zugeschnittener, etwa das Alter der Kinder berücksichtigender Rezeptmix täte dem Food-Service allerdings gut. Manchmal, so die dreifache Mutter, heißt es einfach nur schnell und unkompliziert – dann sind Pfannkuchen das Maß aller Dinge. Das Garnelenrisotto jedenfalls würde beim Nachwuchs nicht ankommen. Sabine Falk will das lieber mit ihrem Ehemann und Freunden genießen – kein schlechter Zusatznutzen für gastfreundliche Hobbyköche.

Text: Manuela Blisse

Foto: Mary-Ann Weber / HIPI

Kommt Essen Wochenlieferung: Probeangebot 49 Ђ, sonst 78 Ђ, www.kommtEssen.de

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