Österreichisch

Einstein unter den Linden in Mitte

Am Mittagstisch der Berliner Republik – Erbe und Ente: Das Grill-Royal-Team hat sich das Einstein Unter den Linden einverleibt

Einstein, Unter den Linden

Eigentlich gibt es ein ziemliches Tamtam, wenn das Grill-Royal-Team ein neues Restaurant eröffnet. Den glitzernden Auftritt, den beherrschen Stefan Landwehr und Boris Radczun wie keine Zweiten in Berlin. Als man aber – von Gastro-Urgestein Gerald Uhlig – das Einstein Unter den Linden übernommen hatte, war erstmal nichts zu hören. Dabei ist das Einstein weiß Gott nicht irgendein Restaurant. Uhligs Außenposten der Wiener Caféhauskultur hauchte den Linden, die gerne ein Boulevard wären, das preußische Erbe der Aufmarschallee aber nie loswurden, etwas vom bitter benötigten Charme ein. Politiker, Lobbyisten, Journalisten – wer was zu sagen hat in der Berliner Republik, sitzt hier beim Mittagessen.
Entsprechend behutsam hat sich das Einstein in den vergangenen Monaten gewandelt. Und auch auf der Karte findet eher eine Rückbesinnung statt. Österreichische Klassiker in möglichst guter Qualität möchte man bieten. Da ist etwa die Freiland-Ente vom Geflügelhof in Bokelholm in Schleswig Holstein, die man hier im Ganzen brät und in zwei Gängen serviert (á 28 Euro). Zugegeben: Die geschmacklichen Unterschiede zwischen der zarten Brust (mit Rotkohl und Kartoffelknödel) und der kräftigeren Keule (mit Linsen) liegen eher im Detail. Die könnte man mit Schmoren und Kurzbraten stärker betonen. Andererseits: Die Ente schmeckt einfach irrsinnig gut. Die knusprige Haut, das feine Aroma des Fleischs, das wird auch auf dem zweiten Teller nicht langweilig. Spannend wird, ob sich das Einstein Unter den Linden damit auch abends etablieren kann. Das Angebot jedenfalls stimmt.

Einstein unter den Linden Unter den Linden 42, Mitte, Tel. 204 36 32, Mo–Fr ab 7 Uhr, Sa+So ab 8 Uhr, www.einstein-udl.com

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