Essen & Trinken

Essen als Extremerfahrung

Der innere Schweinehund als Vorspeise: geschmorter Schweinemagen im Lon-Men’s Noodle House
Innereien sind in Taiwan eine Delikatesse und werden auf der liberalen Insel vor China gerne und häufig verzehrt. Neben Schweinemagen ist etwa auch Rin­der­pansen in Lon-Men’s Noodle House zu haben. Die inneren Angelegenheiten vom Schwein essen die Taiwanesen entweder vor dem Hauptgericht oder als Beilage. Bevor die geschmorten schweinischen Innereien aber auf den Teller kommen, schneidet der Koch sie in kleine Stücke, damit sie auch mit Stäbchen gut zu essen sind. Die Stückchen verfeinert er mit Sojasauce und einer hausgemachten und geheimen Gewürzmischung. Das schmeckt leicht pikant und zergeht in Idealfall auf der Zunge. Lon-Men’s Chef Hsien Kuo-Ting war erst skeptisch, als er den Schweinemagen auf die Karte setzte, aber inzwischen sei er „der Renner“ in seinem Restaurant

Lon-Men’s Noodle House an more …

Der harte Drink: frittierter Sherry im Maremoto

„Der spinnt ja, wie soll das denn gehen?“ Solche oder ähnliche Kommentare bekommt Christiano Rienzner zu hören, wenn er mal wieder mit einer Idee wie frittiertem Sherry seine Gäste verblüfft. Der Trick? Biochemische oder physikalisch-chemische Er­kennt­nisse werden genutzt, um die Konsis­­tenz und Form eines Gerichts komplett zu verändern. „Wenn ich eine Idee habe, tüftele ich so lange, bis ich sie auch verwirklichen kann“, sagt Rienzner. Bis das Rezept funktioniert, wird teilweise monatelang experimentiert. So auch beim frittierten Sherry. Die Zubereitung, grob vereinfacht: Sherry wird geliert und verdickt, anschließend gegart. Um den flüssigen Kern bildet sich dann eine Membran aus Gelee. Diese wird mit einem Tempura-Teig überzogen, der dann frittiert wird. Beim Essen platzen die Kugeln im Mund auf, und Sherryaroma und der Geschmack von Frittiertem vermischt sich auf der Zunge zu einer Überraschung.

Maremoto

Big-Bird_Burger_the_birdDie Herausforderung: „Big Bird“-Burger im The Bird

Vergessen wir den ganzen Gesundheits- und Diätwahn. Und vergessen wir auch die labbrigen Mini-Burger der Fast-Food-Ketten. In der New-York-Style-Bar The Bird thront der unangefochtene König aller Burger – riesig, fettig und uramerikanisch. Und er wartet auf Untertanen, die ihn bezwingen können. 750 Gramm Rindfleisch stecken in ihm, dazu noch der Belag aus Käse, Speck, Zwiebeln, sauren Gurken, Ketchup und Senf. Und fast etwas verloren neben dem Fleischberg: ein riesiger Haufen Pommes. Eine Herausforderung für jeden echten Burgerfan – denn übrig bleiben darf nichts. Wer den Burger samt Beilagen nämlich alleine, innerhalb von 45 Minuten aufisst, muss nichts bezahlen. Aufgeben oder schummeln kostet 29 Euro. Die meisten Mutigen schaffen es – wie es ihren Mägen nach dem Verzehr geht, ist allerdings nicht überliefert.

The Bird

Sieben weitere ungewöhnliche Kreationen finden sie im aktuellen tip 17/08.

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