Deli

Fechtner in Mitte

Airspace mit Avocado: Das Fechtner erfindet den Zeitgeist nicht neu – aber bringt ihn lokal und lecker auf den Punkt

Foto: Simone Artale

So recht passen will der bodenständige Name Fechtner nicht zu einem Café in der Torstraße, das auch sämtlichen ästhetischen Kriterien des sogenannten AirSpace entspricht, also jener Mischung aus Minimalismus, Nostalgie und Industrie-Chic, die sich gerade durch Social Media als Stilideal etabliert hat. Aber die Oma der Betreiberin hieß eben so und hatte in den 1920er Jahren ein gleichnamiges Delikatessengeschäft im Berliner Westen.
Ob es dort auch schon so gute Salate und Snacks gab wie hier, ist nicht überliefert. Aber der mit Ziegenkäse, Apfel, Avocado, Cranberry und Gerste (7,90 Euro) hätte bestimmt auch Frau Fechtner senior geschmeckt. Genau wie die Stulle mit Lachs, Frischkäse, Radieschen und Meerrettich (4,90 Euro). Die handgetöpfert anmutenden Teller und Schalen füllen sich dabei opulenter als es der Preis vermuten lässt. Das Fechtner weiß um den gegenwärtigen Zeitgeist von Green Eating, Nordic Cuisine und regionaler Bodenständigkeit und verwechselt doch den werktäglichen Lunch nicht mit Fine Dining oder einem Geschmacksseminar. Toll: Der Käse kommt von Fritz Lloyd Blomeyer, das Brot von Zeit für Brot, der Espresso ist ein House Blend. Schräg: Für 0,3 Liter (immerhin gefiltertes) Leitungswasser will man hier einen Euro. 

Fechtner Delikatessen Torstraße 114, Mitte, Tel. 27 01 86 91, Mo-Fr 9-19 Uhr, Sa 9.30-19 Uhr, www.fechtner-delikatessen.de

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