Östereichisch

Feinkost Minutello in Mitte

Hader sehen, Wanda hören: Mittag bei Feinkost Minutello

Foto: Leonhard Minutillo

Die österreichische Küche, ja mithin die österreichische Populärkultur, hat ja von Haus aus ein anschmiegsames Verhältnis zum Hemdsärmelig-Proletarischen. Überall Schweiß, Flaschenbier und Leberkässemmel. Mit den Letztgenannten ist auch das Feinkost Minutello am unteren Ende der Brunnenstraße gut versorgt. Wobei das mit der Feinkost wohl als ironisches Spiel mit den Statusbegriffen verstanden werden will: Dieses Minutello ist ein postproletarischer Imbiss, ein ehrlicher Ort, der keinen Hehl daraus macht, dass die Kaisersemmeln zum Leberkäs‘ (ab 3,50 Euro) eher so mittelgut sind. Immerhin: Sie sind auch keinen Deut schlechter.
Besser bis richtig gut sind die reellen Tagesgerichte (7 Euro), zumal am Saftgulaschmontag und am Strudeldienstag. Der Strudel kommt mit Blutwurst und Kraut oder Lamm und Wirsing – und einem so frischen wie erfrischenden Gurkensalat. Die Schartner Bombe, eine ziemlich gute Zitronenlimo (und noch so ein Austro-Retro-Ding), kommt auf 2,50 Euro. Hier wäre über eine laufkundschaftfreundliche Lunch-Kombi nachzudenken. Darüber hinaus bleibt das Minutello ein Ort für alle, die gerne Hader sehen, Wanda hören und die ehrliche, mittelgute Leberkässemmel zu schätzen wissen.

Feinkost Minutello Brunnenstraße 182, Mitte,  Mo-Fr ab 12 Uhr, www.facebook.com/feinkostminutillo

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