Aus einfachen Zutaten entsteht Feral, das vielschichtig, aromatisch und ja, unvergleichlich schmeckt. Marianne Rennella erklärt, warum sie auf dieses alkoholfreie Getränk setzt.

Den Trend der alkoholfreien Getränkebegleitungen im Restaurant beobachte ich mit Begeisterung, aber trinke ich mit Vorsicht. Denn der allseits beliebte Kombucha enthält Koffein und die hausgemachte Limonade Zucker. Alkoholfreier, also entalkoholisierter Wein ist keine Option, alkoholfreies Bier ist also meist meine Wahl zum Essen.
Milchsäuregärung macht Feral so vielschichtig
In den italienischen Dolomiten entwickelten ein paar Freund:innen jedoch eine ernstzunehmende Konkurrenz für letzteres: Feral. Hergestellt wird dieses fermentierte pflanzliche Getränk aus einfachen und regionalen Zutaten: Rüben, Wurzeln, Gewürzen und Kräutern. Durch die Milchsäuregärung erhält es seine Vielschichtigkeit und eine Aromatik, für die jeder Vergleich fehlt. Ein Näherungsversuch: Optisch erinnert Feral an Naturwein, es gibt ihn in rot, weiß, rosé und – natürlich – orange. Geschmacklich dominiert je nach Flasche mal das Beerige, mal das Florale, mal das Pfeffrige, niemals aber das Süße. Der Schlüssel zu Ferals Geschmackskomplexität liegt in einer leichten Schärfe, die alle fünf Varianten verbindet und ihnen einen Wiedererkennungswert verleiht.
Seine Tauglichkeit als Essensbegleiter bezeugen in Berlin unter anderem die Bottega Seppel, das Tulus Lotrek (dessen Küchenchef Max Strohe wir kürzlich interviewt haben), das Otto, das Pluto und das Richard Bistro, allesamt verlässlich geschmackssichere Adressen. Im Regal stehen die zudem hübschen Flaschen auch in der Weinhandlung Viniculture (fast) am Savignyplatz. Ich rate, Feral unbedingt zu probieren.
Tipps für den Dry January in Berlin gibt’s hier. Am liebsten nüchtern: Bars, Spätis und Drinks für den alkoholfreien Genuss. Kein Alkohol ist auch keine Losung: Gedanken zum Dry January. Abstinenz als Weinhändler? Ein Gespräch mit Holger Schwarz zu seinen Viniculture-Zeiten. Bezahlbarer Schwips: Die Infos zur Berlin Cocktail Week. Aussegnungshalle, Pförtnerhäuschen, Gefängnis: Wir zeigen euch Lokale, die ihre Räume völlig verwandelt haben.


