Berlin hat schon einige Dönerexperimente hervorgebracht. Keines davon konnte dem Original Konkurrenz machen – anders sieht es beim Fischdöner aus. Wir haben die neue Spezialität probiert.

Spargeldöner, Erdbeerdöner, Blattgolddöner: In Berlin experimentiert man gerne mal mit dem Imbissklassiker. Oftmals sind die abenteuerlichen Variationen kleine Spielereien, Provokationen und Werbetricks für Food-Blogger. Nach ein paar Wochen flacht der Hype ab – und dann muss doch wieder der „normale“ Döner her. Mit Salat komplett und Kräuter, Scharf. Was sonst?
Der Kreuzberger Laden Foodbag an der Prinzenstraße hat es trotzdem gewagt und einen außergewöhnlichen Döner entwickelt, der mehr ist als ein Gimmick. Statt Fleisch kommt hier Fisch ins Fladenbrot. Makrele, genauer gesagt. Die Mitarbeiter entgräten die Filets täglich per Hand, um sie anschließend auf einen Spieß zu schichten. Ein paar Gewürze drauf, das war’s.
Der Fischdöner könnte Berlins Fischbrötchen sein
Generell beschränkt sich der Döner auf das Wesentliche. Salat und Saucen sollen den Fischgeschmack untermalen, nicht aber überzeichnen. Auf Rotkohl und Tomaten verzichtet man da lieber. Stattdessen gibt es ordentlich Rucola, eine große Portion rote Zwiebeln und einen dicken Spritzer Zitrone. Die Spezialsauce bleibt ein Geheimnis, eine fette Remoulade wie auf einem Backfischbrötchen an der Ostsee ist es jedenfalls nicht.
Genau diese Ausgewogenheit macht den Fischdöner so besonders. Schon der erste Biss zeigt, wie erfrischend das Ganze wird. Die Makrele ist zart, fettig und bissfest, das Gemüse bringt die gewollte Knackigkeit – und die Zitrone verleiht dem ganzen eine sommerliche Leichtigkeit. Nach dem Essen fühlt man sich gesättigt, aber nicht überfüllt. Die Finger riechen nach dem Meer, für einen kurzen Moment könnte man vergessen, dass man mitten in Kreuzberg ist und nicht an einer sonnigen Strandpromenade, auf der man den Snack gegen hungrige Möwen verteidigen muss. Ob der Fischdöner jetzt besser als das Original ist? Auf jeden Fall liegt er nicht so schwer im Magen. Der Fischdöner könnte Berlins Fischbrötchen sein.
Sein Erfinder Bekir Alagöz kommt vom Schwarzen Meer. Für ihn ist Berlins erster Fischdöner eine ernsthafte Alternative zum klassischen Berliner Kebab. Monatelang hat er mit verschiedenen Fischarten, Salaten und Saucen experimentiert. An Spieß merkt man ihm schnell an, wie stolz er auf das Ergebnis ist. Daher bietet er seine Spezialität auch erstmal zum Einführungspreis von 3,90 Euro an. Ganz Berlin soll seinen Fischdöner probieren. Wäre ja auch wirklich schade, wenn man das verpassen würde.
- Foodbag Prinzenstr. 84, Kreuzberg, tgl. 8–23 Uhr, auf Instagram
Das war ja auch mal was: So hat uns der Berliner Spargeldöner geschmeckt. Ein neuer Lieblingsort am Landwehrkanal: Das Bistr GriGri. Kein Happy End: Wir verabschieden uns von der Institution Rogacki. Großes Kino: Kerb am Potsdamer Platz. Entdeckungsdurstig am Gendarmenmarkt: Glasweise Weinbar. Neues Menü vom neuen Küchenchef: Im Cookies Cream feiert Nicholas Hahn den Sommer. Berlins Food-Guide 2025: Bestellt hier unsere Speisekarte. In der historischen Kirche St. Elisabeth feiern wir und der Feinkosthändler Viani vom 5. bis 7. September 2025 Frizzante – das italienischste Wochenende des Jahres.



