Gastrotipp

Lonely Hearts Café: Fluffige Pancakes, saftiger Bacon – und Dolly

In ihrem Lonely Hearts Café servieren Amy und Nicola Phillips britische und amerikanische Klassiker. Die Inhaberinnen wollen nicht nur das kulinarische Heimweh von Expats lindern, sondern auch mit dem Kiez in Kontakt kommen. Dazu gibt es noch ein bisschen Dolly Parton.

Im Lonely Hearts Café gibt es Zweierlei. Typisch britisch: das Frühstück mit Bohnen, Pilzen und Toast. Typisch amerikanisch: die fluffigen Pancakes, hier als Grundlage einer herzhaften Kombination mit Bacon und zwei Eiern. Dazu gibt es, wie in einem echten Diner, Filterkaffee. Foto: Vera Landmann

Die Atmosphäre im Lonely Hearts Café erinnert an einen amerikanischen Diner. An der Wand hängt ein riesiges Leuchtschild, auf den Tischen ­stehen Besteck, Salz, Pfeffer und Soßen griffbereit, und in mehreren Kühltheken warten kleine Snacks darauf, flink über den Tresen geschoben zu werden. „Das Setting entspricht natürlich unserer romantisierten Vorstellung eines Diners“, sagt Amy Phillips, die auch keine Amerikanerin ist.

Sie stammt aus Großbritannien, so wie ihre Ehefrau Nicola, mit der sie gemeinsam im Oktober vergangenen Jahres den Laden eröffnete. Dass es hier an der Mahlower Straße, nur wenige Meter von der pulsierenden Hermannstraße, dennoch sowohl ­authentisches britisches als auch authentisch amerikanisches Essen gibt, verdankt das Paar ihrem US-amerikanischen Küchenchef Eddie Rich. Gemeinsam hat das Trio einen Ort geschaffen, der mehr will als das kulinarische Heimweh von Expats zu lindern. 

Im stillen Örtchen treffen wir im Lonely Hearts Café eine Ikone: Dolly Parton. Foto: Max Müller

Das Lonely ­Hearts Café ist nicht nur Treffpunkt einsamer Herzen

Das ­Lonely ­Hearts Café will tatsächlich einsame Herzen erreichen. Es will die Menschen einladen, ins Gespräch zu kommen, egal, ob die schon immer im Kiez verwurzelt oder gerade erst nach Berlin gezogen sind, ob sie Deutsch oder Englisch sprechen, ob sie nur auf einen Milchshake vorbeikommen oder um ein Full English Breakfast zu genießen.

Daneben spricht das Café mit seinem Motto „Comfort Food with Friends“ auch Freundesgruppen an. „Bei uns kann man sowohl Freundschaften schließen als auch alte Bande stärken“, so Phillips. Künftig sollen – so es das Pandemiegeschehen zulässt – auch Feiern wie Geburts- oder Jahrestage ermöglicht werden. Das Trio arbeitet zudem an saisonalen Highlights. Ein Highlight ist auch das Klo, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Zumindest nicht all diejenigen, die Fans von Dolly Parton sind!

Das Netzwerken ist vor allem Amy Phillips wichtig, die früher im Social-Media- und Communitymanagement gearbeitet und so das Netzwerken professionell betrieben hat. Ihre Partnerin Nicola wiederum hat jahrelange Erfahrung im Berliner Nachtleben. Sie ist vor allem im Hintergrund aktiv, bereitet etwa die wunderbar cremigen Milchshakes vor. Und dann wäre da ja noch Eddie Rich mit den großartigen Speisen. Die sind, anders als in so vielen anderen neuen Läden in Neukölln, nicht darauf ausgelegt, besonders fancy zu sein. „Wir wollen eine einfache, aber ehrliche Küche anbieten. Gerichte, die man so auch in Großbritannien oder den Vereinigten Staaten bekommen könnte“, sagt Amy Phillips und fügt lachend hinzu: „Die Deutschen würden sagen: ‚Futtern wie bei Muttern‘“.

Bitte mit Sahne: Die Milchshakes im Lonely Hearts Café sind ziemlich cremig. Foto: Vera Landmann

Beste Hausmannkost aus England und aus den Staaten

Und genau diese beschworene Hausmannskost bekommen wir vom Trio nun auch serviert. Vorneweg der Diner-typi­sche Filterkaffee (2,50 Euro). Neben dem gibt es aber auch noch eine Auswahl von hochwertigen Kaffeespezialitäten, bei denen das Trio auf Bohnen aus einer speziellen, extra für das Café produzierten Röstung setzt. Unbedingt probieren sollte man auch einen der Milchshakes (6 Euro), die in verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten werden. Wir probieren „Banof­fee Pie“, ein Mix aus pürierter Banane und zerlaufenem Toffee – Briten kennen diese Kombination als Kuchen, eine charmante Referenz. 

Und dann wäre da noch das Speiseangebot von der festen sowie der monatlich wechselnden Karte. Von den Fry-ups, also den üppigen englischen Full Breakfasts nehmen wir die abgespeckte Variante. Das Small Fry (8,50 Euro) kommt mit Toast und Bohnen, mit Hash Brown sowie Bacon, der von der Manu­faktur „The Sausage Man Never Sleeps“ produziert wird. Dazu kommt eine Wurst, die nach Rezept von Küchenchef Rich von der bekannten Neuköllner Blutwurstmanufaktur hergestellt wird. 

Katerfood für Expats, aber auch alle anderen Neukölln Hedonisten. Schlechtes Gewissen wegen des Fleisches muss man nicht haben. Das wird von vertrauenswürdigen Metzgern geliefert. Foto: Vera Landmann

Auf dem Tisch landen zudem fluffige Buttermilch-Pancakes. Die kann man, wie alle Spezialitäten, auch als vegetarische oder als vegane Variante bekommen. „Dass man bei uns gut fleischlos essen kann, hat sich schnell herumgesprochen“, sagt Amy Phillips, die froh ist über den Erfolg in Zeiten der Krise. Vor allem morgens und am Wochenende sei das Café gut besucht. Frühstück bekommt man im Lonely Hearts Café aber den ganzen Tag serviert – oder eben immer dann, wenn man sich einsam fühlt.


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