Essen & Trinken

Ganz Gans

Weihnachten geht durch den Magen. Statistisch betrachtet. Denn während der durchschnittliche Konsument immer weniger schenkt – auf ein neues Tief von 219 Euro beziffern die Marktforscher von Ernst?&?Young die Pro-Kopf-Ausgaben für Weihnachtsgeschenke in diesem Jahr – wird in den sogenannten besinnlichen Tagen immer mehr zu sich genommen. Für im Schnitt 122 Euro lassen wir uns die Feiertage voraussichtlich schmecken. Und es besteht berechtigter Grund zur Hoffnung, dass nicht einfach nur mehr gegessen wird – sondern vor allem besser. Schließlich, und auch das wäre statistisch belegbar – fällt Weihnachten just in jene Zeit, in der den Lebensmitteln auch am übelsten mitgespielt wird. Angefangen ?mit den künstlich aromatisierten, aber dennoch unsagbar faden Industrielebkuchen, die pünktlich zum ersten September im Super?markt liegen. ?Eine friesische Salzwiesengans beispielsweise, frei lebend aufgewachsen gleich hinterm Deich, kostet – für den Produzenten wie den Konsumenten – nun einmal fünf Mal so viel wie ein Tier aus industrieller Haltung ?(von der Tortur der Lebendrupf ganz zu schweigen). Und wer jetzt meint, dass man sich gutes, faires Essen ja auch erst mal leisten können muss: Ein ehr?licher Kartoffelsalat mit Würstchen vom Havelländer Apfelschwein wäre auch ein feines Weihnachtsritual.

Text: Clemens Niedenthal

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