Essen & Trinken

Gayle Tufts bereitet scharfe Burritos

GayleTuftsEin Kochtermin mit Gayle Tufts kommt da genau richtig. Während sie die Burritos zubereitet, gibt sie sich als intelligente Ausnahme vom American Way of Life zu erkennen. Zu Beginn ihrer Karriere muss­­te sie erst einmal erklären, „dass Entertainment auch was mit Denken zu tun hat“. Wie man hierzulande Stand-up-Comedy verstanden hat, das amü­siert die für ihr Dinglisch bekannte Schauspielerin und Thea­ter­wis­sen­schaft­lerin noch heute: „Sie setzen sich ins Publikum, dann stehen sie zwi­schendurch auf und erzählen ein paar Witze.“ Gayle Tufts lacht ihr breites Lachen, als sie sich an eine der ersten Regieanweisungen erinnert.

Stand-up-Comedy, eine Kunst­form der Immigranten Amerikas, ist auch ein Stück Oral His­tory. Das Timing spielt die wichtigste Rolle. „Wenn du merkst, dass die Pointe sitzt, dass das Publikum dabei ist“, Gayle Tufts greift mit ihren Händen in die Luft, „das ist der Moment, der einen beflügelt, warum man diesen Job macht, warum man an Texten feilt und feilt.“ Angefangen hat ihre Karriere in New York, der Tanz und die Performance haben sie Mitte der 80er Jahre nach Berlin gebracht. Sie arbeitete in der Tanzfabrik und war Back-up-Sängerin für Max Goldt, bis sie sich dann ab 1991 ganz in Berlin zu Hause fühlte. „Die Nachdenklichkeit, das Sich-Zeit-Nehmen fasziniert mich, das habe ich nach längerer Zeit erst gelernt.“ Sie möchte aber auch po­­sitive Aspekte Amerikas vermitteln.

GayleTuftsMeint sie mit positiv eine Lebens­einstellung? „Wir sind in einem New Yorker Restaurant von einem älteren Kellner nicht besonders gut bedient worden. Er sah nicht aus wie ein Jobber, der Geld für seine Ausbildung verdient. Er erzählte mit souveräner Selbstverständlichkeit, dass er als Feuerwehrmann nicht genug bekommt, um seine Familie durchzubringen. Das Leben ist so. Es ist nicht in Ordnung, keine Frage.“ Die Haltung in Berlin sei anders. „Es gibt keine Generalprobe für das Leben, es
passiert jetzt …“

Gayle Tufts will ihr Publikum positiv beeinflussen. Die Gäste sollen sich nach der Show er­leichtert fühlen, leichter zumindest, als sie gekommen sind. Nach unserem Kochtermin
jedenfalls hat der Begriff Optimismus etwas von seiner Oberflächlichkeit verloren – und vielleicht sollte man doch einiges nicht so deutsch sehen.

GayleTuftsZutaten für 4 Personen

250 g Cheddar
2 Pakete Tortillas
1 Glas Salsa
1 Paket Tofu
1 Becher Sauerrahm
1/2 Glas Jalapeсos
(kleine, grüne Chilischoten)
1 Handvoll Champignons
6 Brokkoliröschen
3 Knoblauchzehen
2 Zwiebeln
2 große Möhren
1 rote Paprika
1 gelbe Paprika
1 Avocado
1/2 Eisbergsalat
1/2 Tasse Gemüsebrühe
2 EL Olivenöl
Salz und schwarzer Pfeffer
(frisch gemahlen)

GayleTuftsZubereitung:
Den Brokkoli in kleine Stücke teilen, die Möhren schneiden und beides kurz im Topf dämpfen. Die Zwiebeln hacken und mit dem gepressten Knoblauch in Öl anbraten. Paprika in Streifen schneiden und zugeben. Den Tofu würfeln, die Champignons scheibeln. Zusammen mit den abgegossenen Jalapeсos und dem gedämpften Gemüse in die Gemüsepfanne einrühren, mit der Brühe ablöschen. Mit 2 EL Salsa, Pfeffer und Salz abschmecken. Den Cheddar reiben, die Avocado entkernen und klein schneiden, beides mit dem Sauerrahm in eine Schüssel füllen. Den Salat klein schnibbeln und die restliche Salsa anrichten. Die Tortillas im Backofen auf kleiner Stufe anwärmen. Je nach Gusto mit Gemüse, Salsa, Käse etc. füllen.

Zuletzt war Gayle Tufts mit ihrer neuen Show „Everybody’s Showgirl“ im Admiralspalst zu sehen.

Weitere Infos unter www.gayle-tufts.de

Text: Eva-Marie Hilker

Foto: Jens Berger

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