Essen & Trinken

Gelungener Neustart im Noi Quattro

Noi-QuattroBeim Eintreten fällt einem fast schon ein Stein vom Herzen. Es gibt einen Raum, ein Restaurant, eine Karte, also endlich eine klare Linie, zur Begrüßung auch gleich eine moderne Variante der klassischen Mai-Bowle: Prosecco mit Waldmeister-Tonkabohnen-Sirup. Ach, schon dieses Getränk lässt jeden Gast zutraulich werden. Jetzt kann nur noch Gutes folgen.

Das war bis vor Kurzem noch anders und latent anstrengend. Für Andreas Staack, den stadtbekannten Küchenchef, der mit dem Noi Quattro am Strausberger Platz einen vorzüglichen Ruf und eine ebensolche Küche besaß. Für Genc Slishani, den Restaurantleiter, der schon seit rund zehn Jahren mit Staack zusammen arbei­tet. Aber eben auch anstrengend für die Gäste, die die Küche vom Strausberger Platz noch kannten. Und anstrengend auch für diejenigen, die nur ein einfaches Pas­ta­gericht essen wollten. Manch politisch verwehter Kreuzberger erklärte diese Adresse zum Beweis „einer Zwei-Klassen-Gesellschaft„. Hin- und hergerissen fühlte sich fast jeder, zwischen dem Restaurant und der Trattoria. Damit ist jetzt endlich Schluss.

Noi-QuattroDas Rauchverbot gab noch einmal einen Anstoß. Denn die Gäste blieben nicht mehr lange nach dem Essen bei einem Glas Wein sitzen, sondern standen schnell vom Tisch auf, wechselten in die nächste Bar, in der geraucht werden durfte. Und es gab eben die zwei Räume am Südstern. „Da drängte sich der Gedanke auf, die Lounge im anderen Raum zu erweitern.“ Hier steht jetzt eine große, gedeckte Tafel, die darauf wartet, dass an Sonntagen ein paar Gäste daran sitzen, die ein spezielles Menü verspeisen. „Ich konnte mich ja nicht zerreißen“, erklärt Genc Slishani, das temperamentvolle italienische Moment und Geschäftsführer. Der Mann, der eigentlich aus dem ehemaligen Jugoslawien kommt, in Italien aufgewachsen ist, kennt fast jeden Gast und geht auf dessen Wünsche und Eigenheiten gerne ein. War er in der Trattoria, fehlte er den Gästen im NQ 14. Auch waren die Gäste äußerst misstrauisch, ob denn Andreas Staack wirklich auch in beiden Küchen den Löffel schwingt und nicht eine vernachlässigt. Mutig sind die beiden und haben einen Weg gefunden aus diesem Dilemma. Andere Gastronomen hätten die Zelte abgebrochen und an anderer Stelle wieder aufgeschlagen. Doch die beiden sind geblieben, haben renoviert, alles Ne­bensächliche entrümpelt und sich auf die Kochkunst konzentriert. Und das ist einfach großartig. Bei einem kleinen Drei-Gänge-Weinmenü – für gerade mal 30 Eu­ro – gibt es keinen Zweifel mehr. …

Den ganzen Text der tip-Autorin Eva-Maria Hilker lesen sie in der aktuellen tip-Ausgabe 12/09.

Foto: Harry Schnittger 

Noi Quattro Südstern 14, Kreuzberg, Tel. 32 53 45 83, www.noiquattro.de, Mo-Sa 12-16 + 18-24 Uhr; Speisen 9 bis 21 Ђ, bis Mitte Juni Weinmenü 30 Ђ; Softdrinks ab 1,60 Ђ, Bier (0,3 l) 2,40 Ђ, Wein (0,1 l) ab 4,50 Ђ, Fl. Wein (0,75 l) ab 17,50 Ђ

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